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Das zahlten Schweizer Banken im US-Steuerstreit

Zürcher Kantonalbank
ZKB: Der Steuerstreit hat die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz belastet.Quelle: Keystone

Im US-Steuerstreit muss die ZKB knapp 100 Millionen Dollar zahlen. Andere Institute mussten deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Marc Iseli
Von Marc Iseli
14.08.2018

Nach sieben Jahren wird endlich ein Schlussstrich gezogen. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) beendet den Steuerstreit mit den USA. Die Strafe: 98,5 Millionen Dollar.

Die Busse ist vergleichsweise mild ausgefallen. Zahlreiche Institute mussten deutlich tiefer in die Tasche greifen, um Washington zufrieden zu stellen. Den mit Abstand höchsten Betrag bezahlte die Credit Suisse. Sie überwies 2,6 Milliarden Dollar in die USA (ganze Auflistung: siehe unten).

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Bradley Birkenfeld brachte den Fall ins Rollen

Am Anfang des Streits stand Bradley Birkenfeld. Der UBS-Whistleblower lieferte der US-Steuerbehörde IRS im April 2007 detaillierte Informationen über Tausende UBS-Konten. Kurz darauf begann eine Hatz auf amerikanische Steuersünder.

Anfänglich stemmte sich die Schweiz noch dagegen. Der damalige Bundesrat Hans-Rudolf Merz verkündete im Nationalratssaal, die Amerikaner würden sich «die Zähne ausbeissen» am Schweizer Bankgeheimnis. Aber es kam anders. Die UBS entschuldigte sich öffentlich. Die Credit-Suisse-Führung musste ebenfalls zum Hearing vor dem Senat antraben.

Fast 100 helvetische Geldhäuser öffneten das Portemonnaie. Gesamthaft flossen fast 6 Milliarden Dollar aus der Schweiz nach Nordamerika. 29 Institute zahlten mindestens 10 Millionen Dollar. Bei neun Geldhäuser summiert sich der Strafzettel auf mindestens 100 Millionen Dollar.

Insgesamt haben die US-Behörden zur Bereinigung des Steuerstreits vier Kategorien geschaffen. Die Zürcher Kantonalbank gehörte zur Kategorie 1. In diese Kategorie fallen alle Banken, gegen die Ende August 2013 bereits ein Verfahren lief. Das sind 14 Häuser.

Basler Kantonalbank wartet auf einen Deal

Noch offen sind folgende Fälle: Basler Kantonalbank, Pictet, HSBC Privatbank, Rahn & Bodmer, Bank Hapoalim, Bank Mizrahi, Liechtensteinische Landesbank (Schweiz), Bank Frey, Neue Zürcher Bank. Die letzten drei Institute haben inzwischen ihren Betrieb eingestellt.

Nur die Banken der Kategorien 1 und 2 mussten direkt mit der US-Justiz eine Einigung aushandeln, weil sie gegen US-Gesetze verstossen hatten. In der Kategorie 2 haben sich alle Banken mit der US-Justiz geeinigt. Das letzte Institut war die ehemalige Schweizer Hyposwiss Privatbank Zürich im Januar 2016.

Diese Banken zahlten mehr als 50 Millionen Franken im US-Steuerstreit

  1. Credit Suisse
    Busse: 2.6 Mrd Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 20.05.2014
    Kategorie: 1
     
  2. UBS
    Busse: 780 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 18.02.2009
    Kategorie: Erste bestrafte Bank vor Schaffung der Kategorien
     
  3. Julius Bär
    Busse: 547 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 05.02.2016
    Kategorie: 1
     
  4. Bank Leumi
    Busse: 400 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 23.12.2014
    Kategorie: 1
     
  5. BSI
    Busse: 211 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 30.03.2015
    Kategorie: 2
     
  6. Union Bancaire Privée
    Busse: 188 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 06.01.2016
    Kategorie: 2
     
  7. Bank Lombard Odier & Co
    Busse: 99.809 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 31.12.2015
    Kategorie: 2
     
  8. ZKB
    Busse: 99.5 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 13.08.2018
    Kategorie: 1
     
  9. Crédit Agricole
    Busse: 99.21 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 15.12.2015
    Kategorie: 2
     
  10. Bank J. Safra Sarasin
    Busse: 85.80 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 23.12.2015
    Kategorie: 2
     
  11. Coutts & Co
    Busse: 78.48 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 23.12.2015
    Kategorie: 2
     
  12. BNP Paribas (Suisse)
    Busse: 59.78 Mio Dollar
    Datum der Bekanntgabe: 19.11.2015
    Kategorie: 2
     

Quelle: sda