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CEO und VR-Präsident

Das Comeback des Doppelmandats

Ob Alpiq, ABB, Ascom oder Clariant: Die Personalunion von CEO und VR-Präsident feiert ein Comeback – und könnte noch länger bleiben.

Dirk Schütz

Riet Cadonau (l.), CEO und VR-Präsident Dormakaba, Jeannine Pilloud, CEO und VR-Präsidentin Ascom, Jens Alder, CEO und VR-Präsident Alpiq.

Ungeteilte Macht: Riet Cadonau (l.), CEO und VR-Präsident Dormakaba, Jeannine Pilloud, CEO und VR-Präsidentin Ascom, Jens Alder, CEO und VR-Präsident Alpiq.

Keystone, 13Photo

Riet Cadonau war der Erste. Seit sieben Jahren führte er den Sicherheitskonzern Dormakaba, der Umsatz hatte sich in dieser Zeit verdreifacht, aus einem lokalen Nischenanbieter war ein weltumspannender Player entstanden. Doch Anfang letzten Jahres gab es ein Problem: VR-Präsident Ulrich Graf, der schon drei Jahre zuvor aufhören wollte, liess sich nicht zu einer weiteren Verlängerung bewegen – er war 73 Jahre alt. Die Firma brauchte einen neuen VR-Präsidenten.

Cadonau selbst hatte bereits signalisiert, dass er 2021 als CEO aufhören wolle: Dann würde er 60 Jahre alt, und insgesamt 14 Jahre als CEO – vier Jahre bei Ascom, zehn bei Dormakaba – waren genug. Als Verwaltungsrat, so sein Signal, würde er aber weiter zur Verfügung stehen. Die Kontrolleure, angeführt von Swissmem-Präsident Hans Hess, diskutierten lange. Einig war sich das zehnköpfige Gremium in einem: Die Expertise von Cadonau, der die familiengeführte Dorma aus dem westdeutschen Ennepetal nach langen Verhandlungen und mit grosser Souplesse an Kaba gebunden hatte, sollte der Firma erhalten bleiben.

Dass der Fusionsbaumeister zudem kaum als einfaches VR-Mitglied in Frage käme, war unbestritten. Und so entschieden sich Hess und seine Mitstreiter für ein Modell, das eigentlich verpönt ist: Das Doppelmandat. «Uns war bewusst, dass es Widerstände aus der Öffentlichkeit geben würde», erinnert sich Cadonau. «Doch dem Verwaltungsrat erschien es als die beste Lösung.» Seit zehn Monaten führt er jetzt Dormakaba als CEO und VR-Präsident. Der Kurs zog bei der Verkündung sogar leicht an.

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Dirk Schütz
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