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Credit Suisse kauft bei Morgan Stanley ein

Credit Suisse in Zürich: Die Bank hält sich beim Kaufpreis bedeckt. (Bild: Bloomberg)

Die Schweizer Grossbank übernimmt Teile der Vermögensverwaltung von Morgan Stanley. Damit steigt die Credit Suisse nach eigenen Angaben unter die zehn grössten Banken in Grossbritannien auf. Erste Analystenkommentare sehen den Deal positiv.

Veröffentlicht 27.03.2013

Die Credit Suisse (CS) kauft von der US-amerikanischen Grossbank Morgan Stanley das Vermögensverwaltungsgeschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA). Die von Morgan Stanley in diesen Regionen verwalteten Vermögen belaufen sich auf insgesamt 13 Milliarden US-Dollar.

Betrieben hat Morgan Stanley diese Geschäfte hauptsächlich von Grossbritannien, Italien und Dubai aus, betreut wurden fast nur sogenannte Ultra-High-Net-Worth Individuals, also Kunden mit besonders hohem Vermögen. Wie viel die Credit Suisse für das Geschäft bezahlt, wurde aus der Medienmitteilung nicht bekannt gegeben. 

Die neuen Geschäftsbereiche werden in die Division Private Banking & Wealth Management der Schweizer Grossbank integriert. Bei Erfüllung gewisser Bedingungen geht die Credit Suisse von einem Abschluss der Transaktion später in diesem Jahr aus. In Grossbritannien steigt die CS durch die Übernahme laut Mitteilung zu den zehn grössten Banken und führenden Vermögensverwaltern des Landes auf. 

Dass es bei der Betreuung der Kunden in Einzelfällen zu Überlappungen kommt, ist gemäss der Sprecherin sehr wahrscheinlich. Die Bank werde für die Kunden aber nach der besten Lösung suchen. 

Analysten positiv gestimmt

Die Analysten der Bank Vontobel bewerteten in einem Kurzkommentar die Akquisition als positiv für die Credit Suisse. Die Transaktion werde zusätzliche verwaltete Vermögen zum Geschäft mit den äusserst vermögenden und sehr vermögenden Kunden bringen, schreibt Analystin Teresa Nielsen.

Der Verkauf des EMEA-Geschäfts von Morgan Stanley und auch des Wealth-Management-Geschäfts von Merrill Lynch ausserhalb Amerikas an Julius Bär zeige, dass die Wealth-Management-Branche weltweit ihr Geschäft geografisch neu ausrichten, um sich besser auf das Kerngeschäft zu konzentrieren oder grösser zu werden wie Julius Bär und jetzt die CS.

Um die Transaktion aber wirklich beurteilen zu können, fehle es derzeit allerdings noch an detaillierteren Angaben, ergänzte Rainer Skierka von der Bank Sarasin. Die Aktien der Credit Suisse notieren kurz nach Eröffnung mit 25,35 Franken 0,1 Prozent im Plus. Der SMI gewinnt derweilen 0,23 Prozent.

(tno/aho/sda/awp)

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