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Citigroup auf Einkaufstour: Pictet winkt schnell ab

Die grösste Bank der Welt sucht in der Schweiz einen Übernahmekandidaten. Pictet hat bereits abgesagt.

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Kürzlich hat sich die Citigroup von der Genfer Privatbank Pictet eine Abfuhr geholt. Die grösste Bank der Welt hätte sich nur zu gerne das Genfer Traditionshaus unter den Nagel gerissen. Mit Pictet hätten sich die Amerikaner das drittgrösste Schweizer Finanzinstitut nach UBS und CS einverleiben wollen, mit einem verwalteten Vermögen von 121 Milliarden Franken.

Die Gespräche mit Citigroup hätten nicht lange gedauert, erklärte CEO Ivan Pictet kürzlich am Rande einer Investorenveranstaltung. Nach rund 200 Jahren Historie als Finanzinstitut seien die acht Eigner (inklusive Ivan Pictet selbst) nicht gewillt zu verkaufen. Welche Summe die Amerikaner geboten hatten, wollte der Privatbankier nicht verraten. Nur so viel: Der Betrag habe den «Marktpreisen» entsprochen. Dieser dürfte grob geschätzt rund 3,5 Milliarden Franken betragen. Citigroup selbst will diese Zahl nicht kommentieren.

Zwischenzeitlich sehen sich auch andere internationale Institute auf dem Schweizer Markt um. Beispielsweise haben sich die Royal Bank of Scotland und die britische HSBC aufgemacht, im Alpenland einzukaufen und ihre Positionen im Private Banking zu verstärken. HSBC besitzt mit HSBC Guyerzeller und HSBC Private Bank Genf bereits Geschäftssäulen in der Schweiz.

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Doch die Akquisitionstouren der internationalen Grössen erweisen sich als schwieriges Unterfangen, weil im Privatbankenmarkt Schweiz in den letzten Jahren viele Häuser verschwunden sind. Es gibt schlicht nicht mehr viel zu kaufen. Zählte man 1940 noch 76 Privatbanken im Land, sind es heute nur noch 15. Und die wollen partout nicht verkaufen, wie es den Anschein hat.

Das haben die Verantwortlichen von Citigroup offenbar gemerkt. Nur so ist die offizielle Stellungnahme zum nie weiter diskutierten Pictet-Deal zu deuten. «Die Citigroup Private Bank verstärkt ihr Engagement derzeit in erster Linie durch organisches Wachstum.» CG

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