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Ex-SP-Chef Christian Levrat muss als Post-Präsident den politischen Weg ebnen, damit die Post wieder wachsen kann.

Florence Vuichard
Ein gemütliches Alterspöstchen sieht anders aus: Christian Levrat ist der neue Präsident der Post.
KeystoneEs ist definitiv kein gemütliches Alterspöstchen, das sich Christian Levrat (50) mit dem Post-Präsidium geangelt hat, im Gegenteil: Die Post steckt wie kein zweiter Staatskonzern in Schwierigkeiten. Das Kerngeschäft, die Briefpost, bricht weg, die einstige Cashcow, die Postfinance, ist zum Sanierungsfall geworden. Die Folgen: Der Umsatz schrumpft, das Betriebsergebnis ist innert fünf Jahren auf ein Drittel eingebrochen.
Auf dem Spiel stehen ein Schweizer Heiligtum, ein Sinnbild für den Service public – und an die 40'000 Jobs. Konzernchef Roberto Cirillo will nun mit seiner Wachstumsstrategie und Milliardeninvestitionen das Ruder herumreissen. Levrats Job wird es sein, politische Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Kompromisse zu finden. Die Konflikte sind absehbar – etwa bei der Frage, in welche Geschäftsfelder die Post expandieren darf. Oder welche Freiheiten die Postfinance erhalten soll.
Noch im Herbst 2020 hatte Levrat ganz andere Pläne: Er gab seine Kandidatur für die Freiburger Kantonsregierung bekannt – und er wäre wohl auch gewählt worden. Dort hätte er mit gut 280'000 Franken mehr verdient als die 250'000 Franken, die er nun inklusive Spesen fürs Post-Mandat erhält. Und es wäre sicher ruhiger gewesen. Aber eben auch langweiliger.
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