Es herrscht erneut Normalität beim italienischen Luxusmodehaus Brioni. Eben meldete die Firma, man habe mit Francesco Pesci einen CEO ernannt – mit sofortiger Wirkung. Anfang Juni ging Andrea Perrone, der bisherige Steuermann und Enkel des Mitgründers Gaetano Savini, aus persönlichen Gründen sozusagen Hals über Kopf – man spekulierte über Differenzen zwischen den drei Eigentümerfamilien.

Pesci, ein studierter Betriebswirtschaftler, steht für Kontinuität, er ist seit 1994 bei Brioni. In Japan entwickelte er die Strategie für Asien und den Mittleren Osten, wo die Marke stark gewachsen ist. Nach einem dreijährigen Engagement beim Diamantenunternehmen Damiani kehrte der Vater von fünf Kindern 2007 nach Italien und zu Brioni zurück: Er sei entschlossen, sagte Pesci, «den globalen Luxus-Brand zu stärken – immerhin eine der letzten unabhängigen Marken, die der Stolz der italienischen Mode sind».

Bei Brioni lief in den letzten Monaten nicht alles wie geschmiert. Schulden drückten, 2006 musste der Edelschneider 100 Millionen Dollar aufnehmen, um Umberto Angeloni, den Ehemann einer Brioni-Erbin, auszuzahlen. Da passt auch ins Bild, dass Brioni-Ikone James Bond 2008 zu Tom Ford überlief.

Die Liste der Kunden bleibt gleichwohl beeindruckend: Gerhard Schröder liess sich bei Brioni einkleiden, Anthony Quinn, Clark Gable, Robert Kennedy, George W. Bush und viele mehr.

Gegründet wurde Brioni nach dem Zweiten Weltkrieg von Nazareno Fonticoli und Gaetano Savini in Rom. Zielstrebig etablierten die zwei Männer das Label als Edelmarke für gutes Tuch. Seit 1957 gibt es auch eine Damenkollektion, für die seit einem halben Jahr Chefdesigner Alessandro dell’Acqua zuständig ist.

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