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E-Commerce

Amazon.com verzichtet auf Schweizer Kunden

Ab dem 26. Dezember liefert Amazon.com nicht mehr in die Schweiz. Der Konzern sperrt sich gegen eine neue Steuerregelung.

Bastian Heiniger

FILE - In this Oct. 18, 2010 file photo, an Amazon.com package awaits delivery from UPS in Palo Alto, Calif. Amazon on Thursday, March 13, 2014 said it is raising the price of its popular Prime membership to $99 per year, an increase of $20. It's the first price increase since the online retailer introduced its Prime membership program in 2005. T(AP Photo/Paul Sakuma, File)

Ab dem 26. Dezember kΓΆnnen Schweizer Kunden nicht mehr auf Amazon.com einkaufen

Keystone

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Der Hype war gross. Amazon komme in die Schweiz, verkΓΌndeten die Schlagzeilen noch vor einem Jahr. Ausser dass die Post mit dem InternethΓ€ndler einen Deal geschlossen und die Verzollung ΓΌbernommen hat, ist jedoch nicht viel geschehen. Noch immer lassen sich viele Produkte nicht in die Schweiz liefern.

FΓΌr den Online-Gigant, der am Montag fΓΌr kurze Zeit Apple und Microsoft ΓΌberholte und zum wertvollsten Unternehmen der Welt avancierte, ist der Schweizer Markt hΓΆchstens ein Nebenschauplatz. Einmal mehr zeigt das die gestern verkΓΌndete Kapitulation vor dem Schweizer Mehrwertsteuer-System. Neu werden nΓ€chstes Jahr fΓΌr auslΓ€ndische VersandhΓ€ndler auch Kleinsendungen unter 65 Franken steuerpflichtig. Deshalb kΓΆnnen Schweizer Kunden ab dem 26. Dezember nicht mehr auf Amazon.com einkaufen, wie der Konzern mitteilte. Davon ausgenommen sind digitalen Produkten wie Apps und Kindle-BΓΌcher, die Kunden weiterhin ΓΌber die US-Seite kaufen kΓΆnnen.

Gutscheine verfallen

Besonders Γ€rgerlich dΓΌrfte fΓΌr manche Kunden sein, dass die Guthaben von Geschenkgutscheine verfallen. Β«Mit der Umstellung der internationalen EinkaufsmΓΆglichkeiten wird es uns leider nicht mΓΆglich sein, ungenutzte Geschenkgutschein-Guthaben auf Amazon-Websites in der EU zu ΓΌbertragenΒ», heisst es in der Mitteilung.

Dass die neue Regelung zur Mehrwertsteuer im Januar in Kraft tritt, ist schon seit ΓΌber einem Jahr bekannt. Amazon konnte oder wollte offenbar keine LΓΆsung finden. Der Konzern verweist seine Kunden auf die Amazon-Seiten in der EU. Schweizer sollen auf Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.it, Amazon.es oder Amazon.co.uk einkaufen.

FΓΌr die meisten Amazon-Kunden dΓΌrfte sich allerdings nicht viel Γ€ndern. Schweizer kauften 2017 nur fΓΌr 65 Millionen Franken ΓΌber die amerikanische Amazon-Seite ein, wie der E-Commerce-Berater Carpathia schΓ€tzt. Über Amazon.de hingegen waren es im selben Jahr 575 Millionen Franken.

Schweizer Kunden mΓΌssen sich damit abfinden, noch lΓ€nger ΓΌber die deutsche Seite einzukaufen und von Angeboten wie Amazon-Prime kaum profitieren zu kΓΆnnen.

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