Eigentlich sollte sich die Arbeitswelt um ihn reissen. «Du wirst sehr gefragt sein mit so einer Topausbildung.» Diesen Satz hörte Noah Niklaus mehr als einmal, als er im Sommer 2020 sein ETH-Studium zum Maschinenbauingenieur begann. Sechs Monate vor der Abgabe seiner Masterarbeit startete er die Jobsuche.
Das böse Erwachen folgte rasch: Ein halbes Jahr lang checkte er täglich drei verschiedene Jobplattformen, bewarb sich auf jedes Inserat, das zu passen schien – Einladungen zu Vorstellungsgesprächen erhielt er keine. Stattdessen flatterten Absagen ins Postfach, meist standardisierte, automatisch generierte Mails. Die ausgeschriebenen Stellen setzten jeweils zwei bis fünf Jahre Berufserfahrung voraus. Selbst persönliche Kontakte halfen ihm nicht weiter; sie verwiesen ihn lediglich darauf, die Jobplattformen im Auge zu behalten. Die Suche im Ausland blieb ebenfalls erfolglos.