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Oswald Grübel, ist mit 82 Jahren noch täglich im Büro am Zürcher Schanzengraben. Seine Begegnung einst mit Donald Trump hinterliess wenig gute Erinnerungen.
Grübel über Trump: Kulturschock bleibt bis heute.
Philippe RossierWerbung
Noch immer pendelt Oswald Grübel täglich in sein Büro am Zürcher Schanzengraben, mitten im Zentrum des Finanzplatzes. Während sich andere in seinem Alter längst zur Ruhe gesetzt hätten, verfolgt der frühere CEO von Credit Suisse und UBS das Geschehen an den Börsen weiterhin mit grosser Aufmerksamkeit. Der Reiz, jeden Tag zur Arbeit zu gehen, liege für ihn im weltweiten Tagesgeschehen, sagte Grübel kürzlich gegenüber Blick. Er halte sich informiert, treffe Menschen – das halte ihn geistig wach und helfe ihm, fundierte Entscheidungen für seine Investments zu treffen. Der gebürtige Deutsche, der zunächst von 2003 bis 2007 die Credit Suisse und nach der Finanzkrise von 2009 bis 2011 die UBS führte, hat sich im exklusiven spanischen Golfresort La Zagaleta ein zweites Zuhause geschaffen. Mindestens einmal im Monat verbringe er dort einige Tage, sagt er. Grübel war in La Zagaleta, wo unter anderem auch der verstorbene frühere CS-Präsident Rainer E. Gut ein Anwesen besass, zeitweise als Präsident tätig.
Nachdem das Resort Ende 2024 vollständig von der Modon Holding aus Abu Dhabi übernommen wurde – über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart –, übt der heute 82-Jährige nur noch das Amt des Chairman der Besitzergemeinschaft aus. Und was hält Grübel von Donald Trump? Als Investmentbanker bei Credit Suisse First Boston lernte er Trump in den 1980er-Jahren kennen – eine Begegnung, die ihn nachhaltig prägte. Schon damals habe er sich geschworen, Trump nie wieder treffen zu wollen. Dessen Auftreten als Immobilienmagnat, sein übergrosses Ego, sein Narzissmus und seine direkte Sprache seien für ihn als Europäer ein Kulturschock gewesen. Daran habe sich bis heute wenig geändert: Trumps Verhalten missfalle ihm weiterhin, räumt Grübel ein. Dennoch gesteht er ihm zu, ein ausgeprägtes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu haben.
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