1. Home
  2. People
  3. US-Präsident Donald Trump benutzt Ueli Maurer für seine Symbolpolitik

Treffen 
Trump benutzt Ueli Maurer für seine Symbolpolitik

President Donald Trump welcomes Switzerland's Federal President Ueli Maurer, right, to the White House, Thursday, May 16, 2019, in Washington. (AP Photo/Andrew Harnik)
Treffen in Washington: Donald Trump empfing Ueli Maurer im Weissen Haus.Quelle: Keystone

Politik ist interessengetrieben. Und so wird eben selbst ein mögliches Freihandelsabkommen mit der nicht ganz so grossen Schweiz zum Signal.

Dirk Schütz
Kommentar  
Von Dirk Schütz
17.05.2019

«Ka Luscht» hat Ueli Maurer sicher nicht geantwortet, als ihn die Einladung des grossen Donalds erreichte. Der einstige Chef des Zürcher Bauernverbandes aus dem eher unmondänen Hinwil auf Augenhöhe mit dem mächtigsten Mann der Welt, und das drei Tage vor dem wahrscheinlichen Abstimmungssieg bei der Steuer-und AHV-Reform: Mehr geht nicht!

Anzeige

Dass er sich da in Trumps Agenda einspannen lässt, ist nebensächlich. Denn der Immobiliengrande aus der Geldmetropole New York ist getrieben von der Börse (ganz anders als der einstige Sozialarbeiter Obama), und man mag sich nur mit wohligem Schaudern vorstellen, wie er als Marktmanipulator-in-Chief von seinem Bett aus per Smartphone genüsslich die Weltbörsen vor sich hertreibt. Erst der Einbruch letzte Woche durch das Chinahandel-Bashing, dann die Schubumkehr diese Woche durch das Verschieben der Autozölle gegen Europa und Japan. Und wer könnte da noch helfen? War da nicht die Anfrage aus dieser Schweiz? Wie hiess nochmal der Präsident?

Politik ist immer interessengetrieben

So wird eben selbst ein mögliches Freihandelsabkommen mit der nicht ganz so grossen Schweiz zum Signal: Seht her, ich liebe doch auch den Freihandel – nur eben die Chinesen mit ihren gemeinen Handelspraktiken nicht. Und die Börse schwelgt. Läuft doch.

Natürlich lässt sich Maurer für die Trumpsche Symbolpolitik benutzen. Doch wer will es ihm verdenken? Politik ist immer interessengetrieben. Staatsmann Ueli: gestern Peking, heute Washington. Cool.

Newsletter

Newsletter

Briefing abonnieren

Abonnieren Sie kostenlos das wöchentliche BILANZ-Briefing von Chefredaktor Dirk Schütz und erhalten Sie spannende Einblicke in die Wirtschaftswelt aus einer speziellen Insiderperspektive sowie ausgewählte Inhalte von Bilanz.ch.