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Wie weiter bei der Zurich?

Super Mario dreht noch eine Runde

Mario Greco hat die Zurich zurück zum Erfolg geführt. Nun feilt er mit Beazley an seinem Vermächtnis. Oder schon bald am Rücktritt?

Holger Alich

<p>Konzernchef Mario Greco hat die Zurich wieder auf Kurs gebracht. </p>

Konzernchef Mario Greco hat die Zurich wieder auf Kurs gebracht. 

Keystone

Es ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass Mario Greco die Fragen zu langweilen beginnen: Das Bein des Zurich-Chefs beginnt zu wippen. Was ihm der Kauf des britischen Spezialversicherers Beazley bringe? «Zusammen mit Beazley könnten wir unsere Marktposition bei Spezialversicherungen ausbauen, hier sind wir bereits weltweit die Nummer drei», sagt Greco im Gespräch mit der Handelszeitung am Rande des WEF. Über mögliche andere Bieter mag er nicht spekulieren. Weitere Zitate – etwa zum Geschäftsverlauf – weist sein Medienchef ab; geht alles nicht, schliesslich kommen am 19. Februar die Jahreszahlen.

Typisch Greco: Sein Fokus auf das Geschäft ist maximal. In der Versicherungsbranche hat er sich längst Kultstatus erarbeitet. Im März jährt sich seine Berufung an die Spitze des grössten Schweizer Versicherungskonzerns zum zehnten Mal. Nie hat er in dieser Zeit eines seiner Finanzziele verfehlt. Und auch die Ziele des aktuellen Strategiezyklus, der bis 2027 geht, sind in Griffweite oder gar schon erreicht. So soll die Eigenkapitalrendite über 23 Prozent erreichen – im ersten Halbjahr lag sie bei rund 26 Prozent.

Greco hätte also allen Grund, sich zurückzulehnen. Doch der Zurich-Chef gibt weiter Gas und versucht mit Beazley die grösste Übernahme seiner Amtszeit. Für umgerechnet 8,5 Milliarden Franken will er den Spezialversicherer kaufen, der unter anderem Firmen gegen Cyberattacken versichert. Greco ist dabei ein geduldiger Jäger, insgesamt sechs Offerten hatte er vorgelegt, bevor am 4. Februar der Verwaltungsrat von Beazley seinem Werben nachgab. Was Greco freut: Bevor er selbst im Januar die Märkte über sein Kaufinteresse informierte, war nie etwas über den möglichen Milliardendeal nach aussen gedrungen.

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Holger Alich
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