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Sergio Ermotti

Sergio Ermotti

Seit mehr als sechs Jahren führt er die UBS, und geht es nach seinem Präsidenten, soll er das auch noch einige Jahre tun: Axel Weber legte seine verbleibende Wunsch-Amtsdauer im Frühjahr auf fünf weitere Jahre fest – und
liess keinen Zweifel daran, dass er diesen Weg gemeinsam mit Sergio Ermotti beschreiten will. Ein besserer Beweis, dass die Grossbank der angestrebten Behörden-Langmut immer näher kommt, ist kaum möglich.


Operativ ist die UBS weiter stark unterwegs, die Sparmassnahmen greifen, und mit einem erwarteten Jahresgewinn von mehr als vier Milliarden Franken dürfte das Geldhaus deutlich über dem Vorjahr liegen. Nur der Kurs darbt: Dem SMI hinkt die Bank hinterher, und dass der lange Zeit grösste Einzelaktionär, GIC aus Singapur, im Mai die Hälfte des Investments verkaufte, war auch nicht gerade ein Vertrauenssignal für die Aktie, auch wenn sich mit der kanadischen Sun Life ein willkommener Nachfolger fand. Zwar handelt der Titel – anders als die CS-Aktie – über dem Buchwert, doch von den luftigen Bewertungen reiner Vermögensverwalter wie Bär oder Vontobel ist er weit entfernt. Noch immer lastet ein Investment-Banking-Malus auf der Aktie, auch wenn die Bank diesen Bereich massiv reduziert hat. Eisern hält sich Ermotti deshalb an die verordnete Verkleinerung des Investment Bankings, was seinen Job stabiler, aber weniger aufregend macht als früher bei Merrill Lynch.


Emotionen gönnt sich der Tessiner dafür beim Raufen mit den Regulatoren: Dass er die Musterschüler-Attitüde von Finma und Nationalbank für wettbewerbsschädigend hält, lässt Ermotti die Öffentlichkeit gern wissen. Die Maxime, dass sich Bankchefs nicht mit Regulatoren anlegen und bloss nicht politisch äussern sollten, fegt er mit Verve beiseite. Die Staatsrettung der UBS? Tempi passati.
Dass der höchstbezahlte Schweizer Bankchef – 13,7 Millionen Franken für das vergangene Jahr – bei einer weiteren Regulierungsverschärfung sogar einen Wegzug ins Ausland nicht ausschliesst, wie er im November in zwei Interviews verdeutlichte, liess die Wogen hochschlagen. Dabei macht Sergio Ermotti nur seinen Job: Längst ist die grosse Mehrheit seiner Aktionäre nicht mehr in der Schweiz beheimatet. Sie erwartet von ihm die bestmöglichen Entscheide – auch für Standort.

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