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Start-up 
Rasoul Jalali: Vom Vermittler zum Händler

The General Manager Uber of Switzerland, Germany and Austria, Rasoul Jalali at the World Tourism Forum, at the Culture and Convention Centre in Lucerne, Switzerland, on Friday, May 5, 2017. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Rasoul Jalali: Für seine Occasionsauto-Plattform Layne sieht er Airbnb als Vorbild.Quelle: © KEYSTONE / URS FLUEELER

Rasoul Jalali, ehemals Schweizer Chef von Uber, hat ein neues Start-up gegründet: Ausgerechnet mit Occasionsautos will er handeln.

Marc Kowalsky
Von Marc Kowalsky
30.12.2018

Jahrelang hatte er kein eigenes Fahrzeug: Als Chef des Autovermittlers Uber für die Schweiz, Deutschland und Österreich war es Rasoul Jalali gewohnt, einen fahrbaren Untersatz bei Bedarf per App zu rufen. Jetzt gründet Jalali sein eigenes Start-up: Ausgerechnet als Autohändler wird er aktiv.

Layne heisst seine neue Unternehmung, die er zurzeit im Alleingang, lediglich unterstützt von einem Praktikanten, aufbaut. «Ich versuche, den Occasionsmarkt aufzurütteln», sagt Jalali. «Auf dem Markt hat sich seit dem letzten Jahrhundert nicht viel bewegt, ausser dass die Anzeigen von der Zeitung ins Internet gewandert sind.»

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Airbnb als Vorbild

Layne soll sich komplett auf Privatpersonen fokussieren, diesen aber die gleichen Tools an die Hand geben wie professionellen Autohändlern: Versicherungen, Garantien, Occasionstests etwa. Mit diesen Zusatzleistungen will Layne das Geld verdienen, die Verkaufsinserate selber sind momentan gratis. Der Markt ist durchaus lukrativ, denn die Margen der Gebrauchtwagenhändler liegen zwischen 25 und 40 Prozent. «Dieses Geld kann man unter Käufern und Verkäufern aufteilen.»

Als Hauptproblem für den verkrusteten Occasionsmarkt sieht Jalali das fehlende Vertrauen: Oft geht es beim Autokauf um hohe Beträge, doch in der Regel wissen Käufer und Verkäufer kaum etwas voneinander. Mit seiner Plattform will Jalali Transparenz, Nähe und Vertrauen schaffen, indem die Marktteilnehmer vorher durchleuchtet werden.

Als Vorbild sieht er Airbnb: «Die haben es geschafft, dass ich wildfremde Menschen in meinem Zuhause übernachten lasse», sagt Jalali. Mit Hilfe einer Datenbank ermittelt Layne zusätzlich den fairen Preis für ein Auto. Seit Dezember ist die App verfügbar, das Angebot ist aber noch sehr überschaubar.

Nicht sein erstes Start-up

Jalalis Schritt erstaunt, hatte der 36-Jährige doch erst vor einem Jahr das Start-up Tend gegründet, zusammen mit Marco Abele, ehemals Digitalchef der Credit Suisse. Die Idee: das Konzept der Sharing Economy auf Luxusgüter auszudehnen und die Transaktionen in der Blockchain zu hinterlegen. «Wir sind im Guten auseinandergegangen», sagt Jalali. «Es war beiden Seiten klar, dass ich vielleicht einmal etwas Eigenes machen möchte. Und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, muss man es schnell machen.»

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