Guten Tag,
Sie gehört zu den herausragenden Architekten der Schweiz. HOMES sprach mit ihr über die grossen Trends im Wohnbau.
Die Architektin sucht die Balance zwischen Komfort, Kosten, Ästhetik und Klimaschutz.
Lea Meienberg für BILANZSie sind bekannt für zahlreiche öffentliche Bauten wie zum Beispiel das Kirchner Museum in Davos oder stadtbildprägende Bürobauten wie den Prime Tower in Zürich. Aber Gigon Guyer Partner Architekten haben auch zahlreiche Wohnbauten – von Einfamilienhäusern bis hin zu grösseren Siedlungen – geschaffen. Was fasziniert Sie am Wohnungsbau?
Annette Gigon: Wohnungsbau ist diejenige Baugattung, die wir alle nutzen. Da sich die Wohnkosten direkt auf die Lebenshaltungskosten auswirken, geht es in der Regel darum, den Menschen mit möglichst wenig Mittel- und Materialeinsatz möglichst viel Raum, Licht, Luft und Komfort zu bieten.
In unserer Auffassung gibt es keinen absoluten Wohnungstyp. Entscheidend ist, wo man baut, und auch, ob man für spezifische Bedürfnisse einer Bauherrschaft entwirft oder vielfältige Bedürfnisse künftiger Mieterinnen oder Eigentümer abdecken möchte. Aus den unterschiedlichen örtlichen Bedingungen und Programmen ergibt sich mehr oder weniger Spielraum für Kreationen und Interpretationen. Gleichwohl gibt es gültige Muster, um Räume anzuordnen, zu erschliessen, zu belichten und Nutzungsflexibilität zu ermöglichen, die sich an verschiedenen Orten bewährt haben. So oder so müssen wir damit leben, dass Kostendruck und Knappheit zu den Konstanten im Wohnungsmarkt gehören. Deshalb kommen wir nicht darum herum, uns mit verdichteten Gebäudetypen, mit tiefen Grundrissen und hohen Baukörpern zu beschäftigen.
Werbung