Drei Frauen und zwei Männer dominieren den Arbeitsplatz von Siemens-CEO Joe Kaeser im sechsten Stock der Firmenzentrale am Münchner Odeonsplatz: Die Vorzimmerdamen nennt er humorvoll «meine drei Chefinnen». Im modern eingerichteten, holzgetäfelten Büro steht eine Eisenplastik, die einen chinesischen Strassenjungen darstellt: «Er lächelt mich immer an, egal was passiert.» Blickfang hinter Kaesers Schreibtisch ist ein grosses Ölporträt von Werner von Siemens: «Es ist ganz gut, wenn einem der Firmengründer über die Schulter schaut», scherzt Kaeser.
Herr Kaeser, Deutschland hat gewählt, es läuft voraussichtlich auf eine Jamaika-Koalition hinaus. Ist das gut oder schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland?
Das kann man noch nicht sagen. Als Exportnation richtet sich Deutschland mehr auf die globale Welt als auf die Innenpolitik aus. Grundsätzlich ist diese potenzielle Koalition die komplexere, aber auch die bessere Option.