Guten Tag,
Carlos Leal rappte sich in die Herzen von Schweizer Teenagern und spielte an der Seite von Al Pacino. Jetzt ist er zurück in der Schweiz.
Kritischer Blick auf die Wahlheimat: «Menschenrechte und der Wert einer Gesellschaft zählen zu Europas Grundwerten. In den USA spüre ich das nicht mehr.»
LOGAN FAHEYCarlos Leal: Los Angeles ist eine Stadt, die viele Leute zu kennen glauben. Es ist eine Stadt der Freiheit, sehr liberal. Doch das oberste Ziel ist der Erfolg. Daran wird man gemessen. Das hat mir immer gefallen. Ich liebe Herausforderungen und bin ehrgeizig. Aber wo bleibt das Leben? Das Amüsieren, das Glück, der Genuss? Das gibt es dort nicht wirklich. Hollywood lässt uns glauben, es wisse, wie man feiert – aber das stimmt nicht. Berlin, Paris, Madrid, Zürich wissen, wie man feiert.
Nicht per se um des Feierns willen, sondern um des Lebens willen. Mir gefällt nicht, in welchem Zustand sich die Welt aktuell befindet. Und die Vereinigten Staaten als mächtigstes Land der Welt tun nichts, um sie besser zu machen. Im Gegenteil: Das Land treibt die Spaltung voran. Für mich war das ein Grund zu sagen: Es reicht, ich kann und will das nicht mehr.
Im Hollywoodkino retten die Amerikaner noch immer die Welt, oft mit wehender amerikanischer Flagge im Hintergrund – das ist doch Quatsch. Meine Kinder sollen nicht in einer derart polarisierten Gesellschaft aufwachsen. Sie spüren diese gespaltene Atmosphäre in ihrem Alltag, selbst in einer offenen Stadt wie Los Angeles. Die Leute machen sich grosse Sorgen. Die Wirtschaft ächzt. Ich kenne das reale Leben von L.A., jenes auf der Strasse. Es ist beängstigend, in welchem Zustand sich diese Stadt, dieses Land befinden.
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