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Judith Ellens

Judith Ellens

Mitgründerin und Head of Science Eaternity, Zürich

Umwelt- und Klimaschutz sind Megathemen unserer Zeit. Kaum im Blick der Öffentlichkeit steht dagegen die Ernährung. Dabei ist sie ein wichtiger Faktor bei der Erwärmung des Klimas. «Unsere Ernährung ist für ein Drittel aller Treibhausgase verantwortlich», sagt Judith Ellens (36). Einen guten Teil ihres Lebens befasst sich die gebürtige Holländerin, die seit zehn Jahren in der Schweiz lebt, bereits mit Fragen der Biologie und der Naturwissenschaften, die sich mit der Umwelt befassen. «So habe ich gelernt, dass Fleischesser mehr Ressourcen verbrauchen als Pflanzenesser.» Doch exakte Zahlen zu Ernährung und Umweltbelastung fehlten. Deshalb begann sie nach ihrem Studium der Philosophie, zusätzlich ausgestattet mit einem Bachelor in Biologie und einem Master in Umweltnaturwissenschaften, Daten zu analysieren, um herauszufinden, wie viele Ressourcen die Ernährungsproduktion tatsächlich verbraucht und welche Auswirkungen dies auf das Klima hat.

Aus diesem Denkansatz ist 2014 Eaternity entstanden. Das Start-up der ETH Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, «klima­freundliche Ernährung in der Gesellschaft zu etablieren», erklärt Ellens. Dazu wurde die weltweit grösste Datenbank für Lebensmittel aufgebaut, mit welcher der CO2-Effekt von über 76 000 Gerichten berechnet werden kann. Basierend darauf entwickelte die Jungfirma eine Software, mit deren Hilfe Restaurants und Kantinen klimafreundliche Menus zusammenstellen können. «Es konnte nachgewiesen werden, dass Restaurants innert ­kurzer Zeit ihren CO2-Verbrauch um 20 Prozent senken konnten», schwärmt die Mutter eines zwei­jährigen Buben. «Was für ein Erfolg!»

Momentan nutzen 150 Restaurants die Instrumente und ­Indikatoren von Eaternity zur einfachen Optimierung der ­Umweltauswirkungen von Mahlzeiten. Das tönt nach wenig Kunden, doch das Start-up musste zuerst zeitraubende ­Pionierarbeit leisten. Inzwischen sehen immer mehr Gastro­betriebe den Sinn hinter klimafreundlichem Kochen. Denn die Auswirkungen beeindrucken: Würde beispielsweise jeder Schweizer dreimal pro Woche klimafreundlich – sprich saisonal, regional und primär pflanzlich – kochen, entspräche dies beim CO2-Ausstoss einer Verminderung um jährlich 750 000 Autos auf unseren Strassen. Nun macht sich das zehnköpfige Eaternity-Team um Judith Ellens auf, auch das Ausland von ­seinen Ideen zu ­überzeugen.

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