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Geldgespräch 
Dominique de Buman: «Da hätte ich mehr verdient als je zuvor»

Dominique de Buman
Dominique de Buman: Der Präsident sitzt seit 2003 für die CVP im Nationalrat. Nun wurde er zum Nationalratspräsidenten und damit «höchsten Schweizer» gewählt.Quelle: Keystone

Für Nationalratspräsident Dominique de Buman ist die Unabhängigkeit in der Politik wichtiger als ein lukratives Mandat.

Florence Vuichard
Von Florence Vuichard
am 22.12.2017
Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Im Alter von 18 Jahren erhielt ich meinen ersten Lohn. Das war beim Roten Kreuz in Freiburg, das sich um Flüchtlinge kümmerte. Ich habe kleinere manuelle Arbeiten erledigt.
 
Was haben Sie mit dem Geld gemacht?
Daran kann ich mich nicht mehr erinnern.
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Was bedeutet Ihnen Geld?
Es ist ein notwendiges Mittel zum Zweck.
 
Haben Sie schon lukrative Mandate abgelehnt?
Ja, mehr als einmal. Als ich in der Freiburger Stadtregierung sass, wurde mir ein attraktives Verwaltungsratsmandat angeboten. Ich habe es abgelehnt, weil ich fürchtete, meine Unabhängigkeit zu verlieren. Ein andermal hätte ich Schweiz-Chef bei einer grossen Firma werden können. Ich hätte zwar mein Nationalratsmandat behalten können und viel mehr verdient als je zuvor, aber ich habe abgelehnt, weil die Politik zeitlich zu kurz gekommen wäre.
 
Haben Sie Ihre Entscheidung je bereut?
Nein! Hätte ich den Job angenommen, wäre ich wohl zu einem monothematischen Politiker geworden. Ich bin aber in der Politik aus Überzeugung ein Generalist – und will es bleiben.
 
Spenden Sie?
Ja, und zwar über das ganze Jahr verteilt. Insgesamt sind es einige tausend Franken an unterschiedlichste Organisationen.
 
Geben Sie Geld auch unvernünftig aus?
Ich kaufe mir ab und zu ein Gemälde, eine Skulptur oder eine Antiquität.
 
Nationalräte erhalten für ihr Mandat im Schnitt 140'000 Franken inklusive Spesen. Ist das zu viel oder zu wenig?
Es ist richtig. Ein guter Lohn garantiert eine gewisse Unabhängigkeit, und das wiederum ist nötig für die Politik.
 
Ihretwegen müssen nun alle beim Einkaufen fünf Rappen fürs Plastiksäckchen bezahlen.
Ich wollte die Plastiksäckchen ganz verbieten! Aber der Detailhandel wollte das nicht und hat die Fünf-Rappen-Lösung vorgeschlagen. Das Resultat zeigt, dass die Säckchen unnötig sind und ich recht hatte: Seit sie etwas kosten, ist die Nachfrage um über 80 Prozent gesunken.
 
Und Sie: Verzichten Sie seitdem auf das Plastiksäckchen, oder zahlen Sie fünf Rappen?
Ich habe diese Säckchen schon immer gehasst und nehme deshalb zum Einkaufen eine Leinentasche mit. Wenn es nicht anders geht, dann kaufe ich eine Papiertasche für 30 Rappen.
 
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Quelle: Bilanz