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Bundesratswahlen 
Die Kandidaten-Kür der CVP ist enttäuschend

Die beiden nominierten CVP-Bundesratskandidatinnen Viola Amherd, links, und Heidi Zgraggen, rechts, am Ende einer Medienkonferenz, am Freitag, 16. November 2018 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Die beiden nominierten CVP-Bundesratskandidatinnen: Viola Amherd (l.) und Heidi Zgraggen.Quelle: © KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Während die FDP ihre Bundesratskandidatin geschickt aufbaute, setzt die CVP auf zwei Unbekannte. Das offenbart ihre ungenügende Planung.

Dirk Schütz
Kommentar  
Von Dirk Schütz
30.11.2018

Am Mittwoch tritt Wirtschaftsminister Schneider-Ammann ab – endlich, mag man sagen, und dass nicht nur, weil all die raumgreifenden Nachfolgespekulationen ein Ende haben, sondern auch, weil der ermattete Wirtschaftsminister endlich von seinem Amt erlöst wird.

Nach einen Departementswechsel sieht es derzeit nicht aus, und so spricht viel dafür, dass Karin Keller-Sutter das Wirtschaftsdepartment übernehmen wird – sicher keine schlechte Wahl. Dass die FDP ihre Favoritin so geschickt aufbaute, spricht für ihren Weitblick.

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CVP verliert ihr einziges Aushängeschild

Schwach jedoch: die CVP. Dass ihre Strahlefrau Doris Leuthard vor dem Ausstieg steht, sollte der Parteispitze spätestens seit zwei Jahren bekannt gewesen sein, und für die gebeutelte Mittepartei wiegt der Verlust des einzigen Aushängeschilds besonders schwer. Dennoch ziert sich Präsident Pfister für das hohe Staatsamt und bietet zwei Kandidatinnen, die nur lokal (Heidi Z’graggen) oder auf Parlaments-Hinterbänken (Viola Amherd) bekannt sind.

Gewiss, es zählt nicht zur Schweizer Tradition, die Besten in ihre Regierung zu wählen: Für die grosse Kür brauchte es immer vor allem die richtige Mischung aus Herkunft, Geschlecht und Beziehungen. Und wie tief vermeintliche Strahlemänner stürzen können, zeigt der Fall des Pierre Maudet. Aber dennoch: Ein Minimum an Planung und Weitsicht hätte doch auch die CVP liefern können. Aber vielleicht erwarte ich da einfach zu viel.

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