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Dank dem Fokus auf Kultur und Sport kehrt Lausanne in dieTop 10 zurück. Doch urbane Lebensqualität hat ihren Preis – insbesondere beim Wohnen.

Florence Vuichard
Zürich (Platz 1): Urbane Lässigkeit im Rooftop Restaurant an der ZürcherBahnhofstrasse.
Joseph Khakshouri für BILANZParallel zu den Gleisen, wo einst das alte Depot der SBB stand, erstreckt sich ein neuer, markanter und scheinbar fensterloser Betonbau. Unverrückbar und selbstbewusst. Das Musée cantonale des Beaux-Arts in Lausanne ist nicht nur ein neues Ausflugsziel aller Kunst- und Architekturfreunde, sondern markiert auch einen Aufbruch, ist es doch nur der Auftakt zu einem ganzen Reigen neuer Bauprojekte in der Waadtländer Hauptstadt: Dazu gehören etwa das Fotomuseum Elysée sowie das Designmuseum, die auf demselben Areal in Bau sind, das legendäre Kino Capitole aus dem Jahr 1928, das totalsaniert wird, oder das neue Sportzentrum mit der Patinoire de Malley, dem mit 9600 Plätzen grössten Eishockeystadion in der Romandie. Und dann gibt es noch das neue Fussballstadion «La Tuilière», dessen Einweihung Corona-bedingt auf den Herbst verschoben werden musste.
Kultur und Sport. Diese Kurzformel steht für Lausannes Entwicklungsstrategie. In beiden Bereichen setzt die Stadt neue Akzente, wobei sie gleichzeitig versuche, ihr Erbe zu erhalten, wie Stadtpräsident Grégoire Junod betont. Die Investitionen in Kultur und Sport lösten eine positive wirtschaftliche Dynamik aus, sie offerierten aber gleichzeitig den Menschen in der Stadt auch mehr Lebensqualität. Begleitet werden diese von weiteren städtebaulichen Massnahmen – etwa von der Neugestaltung des Bahnhofplatzes, vom Bau einer neuen Metrolinie und von der Erneuerung mehrere Quartiere. So entsteht in der Nähe des neuen Fussballstadions ein neues «Öko-Quartier» mit 3500 neuen Miet- und Eigentumswohnungen für über 10 000 Einwohner. Sowie 4500 Arbeitsstellen.
Mehr Kultur, mehr Freizeit, mehr Wohnungen, mehr Jobs. Der Ausbau zahlt sich aus: Lausanne kehrt zurück in die Top 10 der besten Schweizer Städte – auf Kosten von St. Gallen. Das zeigen die Berechnungen der Immobilienexperten von Wüest Partner, die für BILANZ anhand von insgesamt 115 Indikatoren die Lebensqualität der vom Bundesamt für Statistik (BFS) definierten 162 Schweizer Städte gemessen haben (siehe «Die Methode» unten). So sollen möglichst viele Facetten der Lebensqualität erfasst werden.
Wüest Partner hat die Lebensqualität in den 162 Schweizer Städten anhand von elf Indikatorsets berechnet, die sich aus 115 Einzelvariablen zusammensetzen. Die elf Indikatoren sind:
1. Arbeitsmarkt
2. Bevölkerung und Wohnen
3. Bildung und Erziehung
4. Kultur und Freizeit
5. Erholung
6. Einkaufsinfrastruktur
7. Gesundheit und Sicherheit
8. Soziales
9. Mobilität
10. Steuerattraktivität, Kaufkraft und Krankenkassenprämien
11. Besonderheiten der Stadt
Beim Indikator Bevölkerung etwa fliessen unter anderem die Entwicklung der Stadtbevölkerung, die Anzahl neuer Wohnungen und die Preisdynamik für den Eigenheimkauf ein.
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