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Kowalskys Crashtest: Hellseher

Smartphones sind langweilig geworden? Dachte ich auch. Und dann kam Huawei mit dem P20 Pro.

Marc Kowalsky

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Das Huawei P20 Pro ist solide und gut ausgestattet. Was Fotografie angeht, ist es ein Gamechanger. Felice Bruno

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Ich sage es ganz ehrlich: Neue Smartphones zu testen, ΓΆdet mich an. Zu Γ€hnlich sind die GerΓ€te geworden, zu wenig echte Innovationen denken sich die Hersteller heute aus, dafΓΌr aber viel zu viele sinnlose Features. Und schon lange entscheidet nicht mehr die LeistungsfΓ€higkeit darΓΌber, welchem GerΓ€t man den Platz in seiner Hosentasche anvertraut, sondern es ist primΓ€r eine Frage, in welchem Γ–kosystem – Apple oder Android – man gefangen ist, und sekundΓ€r eine des persΓΆnlichen Geschmacks.
Dass mich nun ausgerechnet Huawei – in meiner Wahrnehmung bislang nicht der coolste aller Technikbrands – hinter dem Ofen hervorlockt, liegt am geschickten Marketing: Das P20 Pro soll mit Hilfe von kΓΌnstlicher Intelligenz (KI) bessere Fotos machen. Und es verspricht BildauflΓΆsungen von bis zu 40 Megapixeln. Der Letzte, der sich mit so etwas zu profilieren versuchte, war Nokia mit dem Lumia 1020. Wir alle wissen, was kurz darauf mit dem einstigen BranchenkΓΆnig geschah.

Gleich drei Kameras

Auf der RΓΌckseite des P20 Pro stecken gleich drei Kameras aus dem Hause Leica: mit 8, mit 40 sowie mit 20 Megapixeln (Letztere schwarz-weiss). Ihre Daten werden kombiniert fΓΌr bessere Lichtempfindlichkeit, Kontraste oder TiefenschΓ€rfe. Auch ein optischer Dreifach-Zoom wird so sehr gut simuliert. Die Software rechnet dabei Verwackler heraus.

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Huawei P20 Pro: Kaum ein Handy macht so gute Bilder.Huawei
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Huawei P20 Pro: Kaum ein Handy macht so gute Bilder.Huawei
Das Ergebnis ist spektakulΓ€r: Gerade bei Dunkelheit liefert das Huawei fΓΌr ein Handy erstaunliche Bilder. Die KI erkennt dabei das Motiv, stellt den passenden Modus ein (etwa PortrΓ€t oder Himmel) und optimiert die Farben – allerdings manchmal zu krΓ€ftig. Und bisweilen ist die KI auch nur dumm, etwa wenn sie eine grΓΌne Flasche fΓΌr eine Pflanze hΓ€lt.

Das Android-GerΓ€t ist wertig verarbeitet und liegt trotz grossem (und wasserfestem) 6,1-Zoll-Screen recht gut in der Hand, weil es zwar hoch, aber nicht sehr breit ist. Allerdings zeigt die GlasrΓΌckseite gnadenlos jeden Fingerabdruck.

Akku als Verkaufsargument

Das OLED-Display bietet satte Kontraste und leuchtende Farben, auch der Sound gefΓ€llt dank Dolby Atmos. Ein echtes Verkaufsargument ist der Akku: Er hΓ€lt je nach Nutzung ein bis eineinhalb Tage durch und lΓ€dt in zwei Stunden von null auf hundert Prozent.
Was mir nicht gefΓ€llt: Der Speicher lΓ€sst sich nicht erweitern, 128 Gigabyte mΓΌssen reichen. Und der KopfhΓΆrer kann nur ΓΌber den USBC-Port angeschlossen werden. Dann aber kann man nicht gleichzeitig laden.

Fazit: Als Smartphone ist das P20 Pro solide und gut ausgestattet. Was Fotografie angeht, ist es ein Gamechanger – ich kenne kein Handy, das so gute Bilder macht.

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Huawei P20 Pro
Info: consumer.huawei.com/ch/ 
Preis: 899 Franken

Bewertung: β˜…β˜…β˜…β˜…β˜†

β˜… Technoschrott β˜…β˜… verzichtbar β˜…β˜…β˜… nice to have β˜…β˜…β˜…β˜… cool β˜…β˜…β˜…β˜…β˜… wegweisend

Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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