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Mit dem Optima bringt Kia eine optimierte Alternative in die automobile Mittelklasse β und zeigt im Vergleich mit dem Toyota Avensis, warum in den kommenden Jahren mit den Koreanern zu rechnen ist.
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Die unscheinbare graue Limousine ist ein Symbol. Der ΓΌberarbeitete Avensis steht fΓΌr all das, was Toyota heute nicht mehr ist. Noch vor wenigen Jahren waren die Japaner mit effizienter Produktion, guter QualitΓ€t und gΓΌnstigen Preisen der Angstgegner fΓΌr die deutsche Autoindustrie. Dass sie dabei immer ein wenig bieder waren, hat kaum jemanden interessiert. Bis zum grΓΆssten Autohersteller der Welt hat es Toyota mit diesem Rezept geschafft. Und heute? Haben lΓ€ngst die Koreaner die Rolle des Herausforderers angenommen. Kein Konzern wΓ€chst so schnell wie Kia mit seiner Mutter Hyundai. BeΓ€ngstigend fΓΌr die Konkurrenz, gut fΓΌr die Kunden.
Γberblick: Alle News und Tests zum Kia Optima
Denn wΓ€hrend sich Toyota bei der Γberarbeitung des Avensis mit Feinarbeit im Detail aufhΓ€lt, bringt Kia mit dem Optima eine Neukonstruktion an den Start. Und was fΓΌr eine. Vorbei die Zeiten, in denen ein Kia nur billig war. Der Optima ist eine ausgewachsene Limousine jenseits der Peinlichkeitsschwelle. Mit gelungenen Proportionen, gefΓ€lligen Leuchten und netten Details wie der an den Jaguar XF erinnernden C-SΓ€ule. Keine Frage, der Optima fΓ€llt auf β ganz im Gegensatz zum Avensis, der grauen Maus. Nichts stΓΆrt, aber es regt eben auch nichts an. Selbst eingefleischte Markenfans werden die Γnderungen an Scheinwerfern und RΓΌckleuchten nur beilΓ€ufig registrieren. Auch im Innenraum zeigt sich, warum der Ritterschlag von VW-Chef Martin Winterkorn auf der IAA fΓΌr den koreanischen Konzern berechtigt war. Trotz der geschwungenen Formen finden sich die Finger schnell zurecht. Die QualitΓ€t hΓ€lt selbst schΓ€rfster PrΓΌfung stand: geschΓ€umte Kunststoffe, kein MΓΌffeln, kein Klappern. Dazu (zumindest in der Top-Ausstattung "Spirit") feine Details wie Lenkradheizung, Infinity-Soundsystem, Panoramaglasdach und voll elektrische Ledersitze.
Γberblick: Alle News und Tests zum Toyota Avensis
Ganz anders der Toyota. Selbst in der teuersten Executive-Ausstattung liegt trotz Holzimitats und Alcantara-Sitzen ein leichter Grauschleier ΓΌber dem Interieur, selbst ein VW-Passat-Innenraum wirkt anregender. Zwischen den Instrumenten eine grobpixelige, bernsteinfarbene Anzeige β statt des farbigen, hochauflΓΆsenden Displays im Kia. Allerdings ist auch der Toyota gut zu bedienen, die QualitΓ€t passt. Alles, was anfassbar ist β ob TΓΌrΓΆffner, Armaturenbrett, Schalter oder Lenkrad β, wirkt solide und gut verarbeitet. Auch in Fahrt zeigt sich, dass der Kia das modernere Auto ist. Obwohl der Optima vor allem fΓΌr die MΓ€rkte in den USA und Asien konzipiert wurde, ist er ganz nach Europas Geschmack abgestimmt. Der Kia gibt mit straffem, aber nicht zu hartem Fahrwerk, direkter Lenkung und knurrigem Diesel den Sportler. Ungewohnt in einem Koreaner. Passt aber prima zu seinem flotten Design β und auch zu einer Mittelklasselimousine.
Kia ΓΌbertreibt es mit der Dynamik nicht β anders als Audi ΓΌber viele Jahre. Zum echten Langstreckengleiter taugt der Optima aber vor allem wegen seines gemeinsam mit Hyundai entwickelten 1,7-Liter-Diesels mit 136 PS. Ein echter Sahnemotor, der vom flotten Antritt bis zum gelassenen Gleiten eine erstaunliche Bandbreite beherrscht β und nicht mal ein SΓ€ufer ist. Im Schnitt sollen dank Start-Stopp-Automatik knapp fΓΌnf Liter Diesel fΓΌr 100 Kilometer ausreichen. Noch ein wenig sparsamer ist der Toyota. Feinarbeit an Motor und Turbolader senkt den Verbrauch auf 4,5 Liter. Und auch GerΓ€uschdΓ€mmung und Fahrwerk haben die Toyota-Ingenieure gegenΓΌber dem recht raubeinigen VorgΓ€nger ΓΌberarbeitet.
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Jetzt ΓΌberzeugt die Beinarbeit. Der Avensis schafft nun ebenfalls den Spagat zwischen komfortablem Federn und ausreichender Dynamik. Auch wenn wir die in dem Toyota bisher nicht vermisst haben. In einem sind sich Japan und Korea einig: GegenΓΌber den deutschen Platzhirschen halten sie einen deutlichen Preis-Abstand. Der Avensis kostet in mittlerer Sol-Ausstattung 26.800 Euro, rund 4000 Euro weniger als ein Γ€hnlich ausgestatteter VW Passat. Der Kia ist unterm Strich nicht nur besser, sondern auch noch einmal 2300 Euro gΓΌnstiger als der Toyota. Ein Symbol β fΓΌr den Aufstieg Koreas.
Technische Daten Kia Optima Attract 1.7 CRDi
Vierzylinder-Turbo, vorn quer β’ vier Ventile pro Zylinder β’ Hubraum 1685 cmΒ³β’ Leistung 100 kW (136 PS) bei 4000/min β’ max. Drehmoment 325 Nm bei 2000/min β’ Vorderradantrieb β’ Sechsganggetriebe β’ Tank 70 l β’ 0β100 km/h 10,6 s β’ Spitze 202 km/h β’ EU-Mix 4,9 l Diesel/100 km β’ CO2 128 g/km β’ Preis circa 24.500 Euro.
Technische Daten Toyota Avensis Life 2.0 D-4D
Vierzylinder-Turbo, vorn quer β’ vier Ventile pro Zylinder β’ Hubraum 1998 cmΒ³ β’ Leistung 91 kW (124 PS) bei 3600/min β’ max. Drehmoment 310 Nm bei 1600/min β’ Vorderradantrieb β’ Sechsganggetriebe β’ Tank 60 l β’ 0β100 km/h 9,8 s β’ Spitze 200 km/h β’ EU-Mix 4,5 l Diesel/100 km β’ CO2 119 g/km β’ Preis 26.800 Euro.
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