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Ethikkurse sollen die Qualität im Lobbying verbessern

Um die Qualität im Lobbying zu verbessern, müssen die Mitglieder der Schweizerischen Public Affairs Gesellschaft jetzt die Schulbank drücken.

Florence Vuichard

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Wandelhalle: Lobbyisten bekommen Kurse in Berufsethik.Keystone RMS

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Der Verband der Lobbyisten, die Schweizerische Public Affairs Gesellschaft (SPAG), will den Ruf seiner Mitglieder verbessern und führt deshalb Kurse durch «zur Förderung der Lobbyingqualität», wie es SPAG-Präsident Stefan Kilchenmann ausdrückt. Im ersten Jahr haben 76 Mitglieder den Einführungskurs zum Thema «Lobbying und Berufsethik» besucht, die nächste Ausgabe ist auf den 22. September terminiert. Der SPAG-Kurs wird in Kooperation mit Fachhochschulen durchgeführt.
Für Neumitglieder im Lobbyverband ist der Kurs zwingend, für alteingesessene Mitglieder fakultativ. Pflicht für alle hingegen sind die selbst auferlegten Transparenzregeln. Seit Ende 2016 müssen alle SPAG-Mitglieder nebst Vornamen, Namen, Arbeitgeber und Funktion auch sämtliche Auftraggeber auflisten, die von ihnen «direkt betreut» werden. Dies betrifft vor allem jene Lobbyisten, die in Agenturen arbeiten und Diener mehrerer Herren sind.

Bestärkt durch positive Mitgliederentwicklung

Dank Kurs und Transparenzvorschriften solle die SPAG-Mitgliedschaft als Label für «Qualitätslobbyisten» dienen, wie Stefan Kilchenmann betont, der in der Wandelhalle hauptberuflich für die Interessen der Swisscom unterwegs ist. «Damit wollen wir uns von den anderen Lobbyisten unterscheiden.»

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Kilchenmann fühlt sich in Bezug auf die neuen SPAG-Regeln durch die positive Mitgliederentwicklung bestärkt: Während im letzten Jahr 31 Lobbyisten den Verband verliessen – vor allem wegen der strengeren Transparenzvorschriften –, traten 31 neu ein. 2017 stehen bis anhin vier Neueintritte einem einzigen Austritt gegenüber.

Schaffung eines Lobbyistenregisters

Die selbst auferlegten Transparenzregeln sind die Antwort der SPAG auf die Politik, die sich mit der Schaffung eines Lobbyistenregisters schwertut. Seit Jahren setzt sich Ständerat Didier Berberat für ein solches Verzeichnis ein, 2015 hat er eine entsprechende parlamentarische Initiative eingereicht und dafür im Rat auch eine Mehrheit gefunden.
Die zuständige Kommission hingegen hat bis heute noch keinen Vorschlag zur Umsetzung erarbeitet. «Die SPAG unterstützt die Schaffung eines Lobbyistenregisters», sagt Kilchenmann. «Unsere Selbstregulierung zeigt beispielhaft, wie ein solches aussehen könnte.»
Berberat lobt zwar das SPAG-Modell, erachtet dieses allerdings als ungenügend, weil es nur die SPAG-Mitglieder erfasst. «Wir brauchen jetzt eine Lösung für alle Lobbyisten.»
Das sind die möglichen Nachfolger von Bundesrat Didier Burkhalter:

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Diese Politiker könnten Bundesrat Burkhalter beerben:Die Genfer FDP schickt für die Nachfolge von Didier Burkhalter Pierre Maudet (Mitte) ins Rennen. Die Delegierten der Kantonalpartei nominierten den 39-jährigen Genfer Staatsrat mit Akklamation. Maudet ist ein politischer Senkrechtstarter und gilt als Winner-Typ. Bereits mit 21 Jahren zog er ins Genfer Stadtparlament ein und schaffte 2007 mit 29 Jahren den Einzug in die Stadtregierung. 2012 wurde er in die Kantonsregierung gewählt.
Ignazio Cassis ist der Kandidat der Tessiner FDP im Rennen um die Nachfolge von Bundesrat Didier Burkhalter. Die Parteibasis sicherte ihm bei einer ausserordentlichen Versammlung ihre Unterstützung zu.
Jacqueline de Quattro: Sie wäre eine weitere Option, stammt aber auch aus dem Kanton Waadt wie Bundesrat Parmelin. Die Waadtländer Staatsrätin hatte sich am 22. Juli ins Spiel gebracht und aber auch angekündigt, ....
... Isabelle Moret den Vortritt zu lassen. Waadtländer FDP-Nationalrätin hat ihre Ambitionen auch bereits angemeldet. Moret sitzt seit 2006 für die FDP Waadt im Nationalrat. Sie ist Mitglied der staatspolitischen Kommission und der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Seit 2016 präsidiert sie den Spitalverband H+. Zudem war sie von 2006 bis 2016 Vizepräsidentin der FDP Schweiz.
Auch Absagen gab es bereits:Christian Lüscher: Der undurchsichtige Potentaten-Anwalt aus Genf ist für die Linke kaum wählbar. Er wollte schon einmal Bundesrat werden, war aber gegen Didier Burkhalter chancenlos. Nun lässt er sich nicht erneut aufstellen. Teil seiner Begründung: Er fühle sich auch eher als Mann der Legislative als der Exekutive.
Nationalrat Jacques Bourgeois (FDP/FR) strebt nicht die Nachfolge von Didier Burkhalter im Bundesrat an. Der Direktor des Schweizer Bauernverbands will sich «zu 200 Prozent» in der Kampagne zur Volksabstimmung am 24. September über die Ernährungssicherheit engagieren.Bilder: Keystone / Quelle: sda
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