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Chevrolet Camaro: Fahrbericht

Ab sofort verkauft Chevrolet den Camaro auch in Deutschland. Was der Muskel-Ami kann und ob er mit den hiesigen Strassen klarkommt? Wir haben es getestet.

Autobild.de

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Er treibt einem schon das Grinsen ins Gesicht, wenn er sich noch gar nicht bewegt. Was fΓΌr eine Erscheinung! Von aussen sieht der Chevrolet Camaro aus wie ein Schwergewichtsboxer mit schlechter Laune. Der Blick ist grimmig und die angespannten Muskelberge scheinen nur darauf zu warten, dem NΓ€chstbesten eine ΓΌble Niederlage beizubringen. Dieser Eindruck setzt sich im Auto fort. Sitzt man hinterm Steuer und hat sich an die schmalen Fensterschlitze gewΓΆhnt, fΓΌhlt sich der Camaro fast so an wie ein Panzerwagen. Doch fahren wir los. Kurzes Drehen am SchlΓΌssel und der 6,2-Liter-Motor blubbert, dass es einem heiss und kalt den RΓΌcken runter lΓ€uft. UrwΓΌchsige, amerikanische V8-Power. Kein Turbo, kein Kompressor, nichts. Einfach nur genug Hubraum! Fuss aufs Gas und aus dem Blubbern wird ein wΓΌtendes BrΓΌllen. 432 PS (Schaltversion) reissen jetzt an der Hinterachse, 5,2 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100, erst bei 250 km/h ist Schluss.

Auf einen Blick: Alles zum Chevrolet Camaro

FΓΌr den Piloten bedeutet das: Konzentration! Denn die Endorphin-AusschΓΌttung bei wilder Hatz auf der Autobahn oder in schnellen Kurven ist hoch, sehr hoch. Da kann man beim Sprint-Duell gegen einen zufΓ€llig auf der rechten Spur reisenden BMW M3 schon mal in einen Rausch geraten. Spasspotenzierer: Lenkung und Getriebe. Das Steuer will richtig angefasst werden, liefert dafΓΌr aber eine angenehm deutliche RΓΌckmeldung von der Strasse. Die Schaltung braucht eine kraftvolle Hand. So, wie das eben ist, wenn man noch selber Auto fΓ€hrt. Das Fahrwerk ist den Ingenieuren gut gelungen. Eine Domstrebe, eine VerstΓ€rkung unterhalb des Getriebes, V-Streben am Unterboden und eine ΓΌberarbeitete Hinterachse machen den Europa-Camaro nicht zu einer nach Kurven gierenden Waffe. Sie lassen ihn aber sehr solide ums Eck gehen. Ganz ohne TΓ€nzeln, Nachsetzen oder Spurrillen nachlaufen. Γ„hnlich gut steckt er Unebenheiten weg. Und selbst wenn der Fahrer das "Krawall"-Potential voll ausnutzt, bleibt der Camaro beherrschbar.

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Nicht schlecht fΓΌr ein knapp 1,8 Tonnen schweres Muscle-Car! Ja, Muscle-Car. Denn genau das ist der Chevy. Kein Rennauto und auch kein europΓ€ischer Sportwagen. DafΓΌr hat er andere QualitΓ€ten. Entspannt mit 120 die Autobahn entlang cruisen zum Beispiel. Das kann man genauso gut wie Gummi verbrennen. Die Sitze sind bequem und bieten auch Grossgewachsenen genΓΌgend Platz. Die Bewegungsfreiheit im Cockpit ist in Ordnung. Materialauswahl und Verarbeitung innen wie aussen sind es ebenfalls. Die Versorgung mit Ersatzteilen sollte kein Problem darstellen. Der nΓ€chste Chevy-HΓ€ndler hilft weiter. Und, der Camaro ist ein echter Chevrolet, keine Korea-Kiste mit neuem Namensschild. Das merkt man gleich beim ersten Anfassen. Was so viel Spass kostet? 38.990 Euro. Das will Chevrolet fΓΌr das Schalter-CoupΓ© ohne Streifen und Schiebedach haben. FΓΌrs Cabrio sind mindestens 43.990 Euro fΓ€llig. Das ist zwar nicht wenig Geld, aber fΓΌr 405 (Automatik) bzw. 432 PS (Schalter) ein faires Angebot. Ob es gar keinen Haken gibt? Leider ja. Den Besuch an der Tankstelle. Denn 14 Liter Super braucht der Camaro auf 100 km mindestens.

 

Weitere Details und zur Bildergalerie (beide Links gehen zu autobild.de).

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