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Mit dem neuen Kleinwagen A1 Sportback will der Autohersteller aus Ingolstadt dem Mini aus der BMW-Gruppe das Leben schwer machen.
Michael Rehsche
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Wer den anderen davonfΓ€hrt, der tritt entsprechend selbstsicher auf. Audi-Chef Rupert Stadler tut dies ausgiebig, tatkrΓ€ftig sekundiert von seinen PR- und Marketingspezialisten. JΓΌngstes Beispiel ist die bevorstehende MarkteinfΓΌhrung des Audi A1 Sportback, der hierzulande seit diesem Monat erhΓ€ltlich ist. Bei dem Wagen handelt es sich um die fΓΌnftΓΌrige VerΒsion des bereits 2010 lancierten Kleinwagens A1 mit zwei TΓΌren und Heckklappe. Mit dem SportΒback startet Audi einen Frontalangriff gegen den Mini, den BMW vor Jahren erweckte und der inzwischen, wie bereits der Ur-Mini, quer durch die Kundschaft Kultstatus geniesst.
Was BMW mit Mini kann, das kΓΆnnen wir auch, hat sich offenbar die Audi-FΓΌhrung gesagt β und wagte sich ins schwierige Segment der Kleinwagen, zuerst mit dem zweitΓΌrigen A1. SelbstverstΓ€ndlich hatte das neue Auto nicht nur klein, sondern auch Β«PremiumΒ» zu sein. Es ist der Lieblingsbegriff deutscher Hersteller. Damit wollen sie ausdrΓΌcken, dass sie an der Spitze stehen, egal ob in der Oberklasse oder bei den Kleinwagen.
Diese Positionierung hat ihren Preis. Die jetzt um den Sportback erweiterte ΒA1-Reihe ist wie Erzrivale Mini nichts fΓΌr schmale GeldbΓΆrsen. Der neue Kleine aus Ingolstadt kostet auf dem Schweizer Markt mindestens 26250 Franken. Die Preisspanne reicht fΓΌr die verschiedenen Basisversionen, mit vorerst drei Benzin- und zwei Dieselmotoren, bis zu 40900 Franken (185 PS, 1,4-Liter-TSFI-Benziner). Wer sich noch SonderwΓΌnsche erfΓΌllen will, der findet diese in einer langen Ausstattungsliste. Dann allerdings passiert der KΓ€ufer schnell einmal die 50000-Franken-Barriere. FΓΌr einen Kleinwagen mit PreΒmiumstatus ist das viel Geld.
An diesem Punkt fragt man sich, was ein so teurer Kleinwagen alles bietet. Im technischen Bereich ist der Sportback top. Dazu einige Beispiele: Seine Benzin- und Dieselmotoren mit kleinen HubrΓ€umen, dafΓΌr mit Turboaufladung, sind konsequent auf Effizienz ausgelegt. Die sparsamste Version kommt mit β gemΓ€ss Werk β lediglich 3,8 Liter Diesel fΓΌr 100 km aus (nach EU-Fahrzyklus). Weitere technische Raffinessen sind eine Start-Stopp-Automatik, die Direkteinspritzung sowie ein Doppelkupplungsgetriebe (7 GΓ€nge), das bei Audi S-tronic heisst.
Etwas spΓ€ter wird die Motorenpalette um einen 2-Liter-Diesel und einen 1,4-Liter-Benziner erweitert. Auch Motoren mit Zylinderabschaltung sind vorgesehen. Diese Technik war bisher nur fΓΌr grosse Maschinen vorgesehen, fΓΌr Achtzylinder beispielsweise. Jetzt versucht es Audi mit Vierzylindern. Der Motor lΓ€uft, wenn er nicht unter Volllast arbeitet, mit nur zwei Zylindern. WΓ€hrend erster Testfahrten fΓΌr Journalisten liess sich praktisch nicht feststellen, mit wie vielen Zylindern der Sportback unterwegs war. Die Technik ΓΌbernahm Audi von seinem Flaggschiff, dem S8.
Und was ist mit dem Platz? Der Sportback mit vier TΓΌren weist dieselben Ausmasse wie sein Schwestermodell mit zwei TΓΌren auf. Einmal abgesehen davon, dass durch die hinteren TΓΌren der Zugang zur RΓΌckbank deutlich bequemer wird, ist kaum zusΓ€tzlicher Platz fΓΌr die Insassen vorhanden, speziell was die Beinfreiheit betrifft. Die Aussage von Audi, der Sportback werde auch junge Familien ansprechen, muss deshalb relativiert werden. Wenn, dann eignet sich das Modell als Zweitwagen auf Kurzstrecken fΓΌr Familien, die sich den Luxus eines reinen Lifestyle-Produkts auf vier RΓ€dern leisten kΓΆnnen.
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Das Fazit: Der Audi A1 SportΒback ist technisch und qualitativ ein Kleinwagen auf sehr hohem Niveau. Doch es fehlt ihm (noch) der Kultstatus. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn wer sich einen zwar schicken, aber teuren Kleinwagen kauft, der erwarΒΒtet nicht nur Spitzentechnik und hohes Ausstattungsniveau, sondern eben das spezielle Etwas. Bis aber der A1 ΓΌber den Premiumstatus hinauswΓ€chst und zum Kultmobil wird, mΓΌssen noch einige Kilometer zurΓΌckgelegt werden.
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