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In China jagen heimische Firmen den dominanten US-Marken zunehmend Umsatz ab. Selbst eine weltweit begehrte Marke wie Apple hat es schwer.
China: Bekannte US-Unternehmen wie Apple sehen sich zunehmend herausgefordert und kΓΆnnten Milliarden an Umsatz verlieren.
VCG / Getty ImagesWerbung
WΓ€hrend die Regierungen in Peking und Washington auf einen Handelskrieg zusteuern, stehen amerikanische Marken in China ohnehin schon unter Druck: Innovative chinesische Unternehmen machen mit Hilfe der politischen FΓΌhrung ihren Konkurrenten zunehmend das Leben schwer. Bekannte US-Unternehmen - vom iPhone-Hersteller Apple ΓΌber die Kaffeehaus-Kette Starbucks bis zu Pampers-Hersteller Procter & Gamble - sehen sich zunehmend herausgefordert und kΓΆnnten Milliarden an Umsatz verlieren.
Der schnell wachsende Markt fΓΌr KonsumgΓΌter in der Volksrepublik wird auf 639 Milliarden Yuan (umgerechnet 83 Milliarden Euro) geschΓ€tzt. Drei Viertel davon greifen inzwischen heimische Unternehmen ab, geht aus einer Analyse der Unternehmensberatung Bain und des Forschungsinstituts Kantar hervor. Vor fΓΌnf Jahren lag der Anteil noch bei zwei Dritteln. US-Produkte wie Pampers-Windeln oder Zahnpasta von Colgate haben in dieser Zeit zehn Prozentpunkte an Marktanteil verloren, wie die Studie zeigt, die auf einer Befragung von 40'000 stΓ€dtischen Haushalten beruht.
Β«Lokaler Wettbewerb steht heute auf der Agenda auslΓ€ndischer Unternehmen in China ganz obenΒ», sagt Bruno Lannes, Partner bei Bain in Shanghai. Β«Um in China zu gewinnen, mΓΌssen sie nicht nur traditionelle Konkurrenten schlagen. Sie mΓΌssen auch gegen heimische Unternehmen gewinnen, die schneller und innovativer sind, als sie es erwartet haben.Β» So bietet etwa das chinesische Unternehmen SeeYoung silikonfreie Shampoos an, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Pechoin wiederum, ein Hersteller von Hautpflegeprodukten, setzt auf regionale Zutaten und gewinnt so ebenfalls Marktanteile.
Dabei geniessen amerikanische Marken seit langem einen hohen Stellenwert in der Volksrepublik. Ob Fastfood, GetrΓ€nke oder Kaffeeketten - sie sind in den chinesischen StΓ€dten allgegenwΓ€rtig. SΓ€uglingsnahrung, Designerjeans, Autos und Smartphones aus den USA standen lange Zeit auf den Wunschlisten chinesischer Verbraucher weit oben. Doch diese Dominanz droht zu brΓΆckeln. Chinas will nationale Marken stΓ€rken, indem Champions in bestimmten Kategorien geschaffen und schwΓ€chere Anbieter ausgesiebt werden, um die QualitΓ€t zu verbessern.
Selbst eine weltweit begehrte Marke wie Apple hat es schwer. Der Marktanteil des iPhones dΓΌmpelt in China seit Jahren bei zehn Prozent herum, wie aus Daten der Analysefirma Canalys hervorgeht. LΓ€ngst ist Apple von ΓΆrtlichen Konkurrenten wie Oppo, Vivo und Huawei ΓΌberholt worden. Starbucks Umsatz stagnierte zuletzt in China, was auch an den kleinen, aber schnell wachsenden lokalen Wettbewerbern in den grossen StΓ€dten liegt.
Der Trend wird von der Regierung mit der Β«Made in China 2025Β»-Strategie unterstΓΌtzt. Die eigene Wirtschaft soll in erfolgversprechenden Branchen wie neuen Fahrzeugtechnologien oder sauberer Energie eine Vorreiterrolle spielen. So haben sich durch die FΓΆrderung der Regierung Dutzende heimische Unternehmen gegrΓΌndet, die Branchenpionier Tesla im Bereich der Elektrofahrzeuge die Stirn bieten wollen. Β«Man muss den heimischen Kundengeschmack kennen und die lokale Bedingungen ebenfallsΒ», sagt Ian Zhu, der fΓΌr den Investmentbereich des chinesischen Elektrofahrzeug-Unternehmens NIO arbeitet. Β«AuslΓ€ndische Unternehmen stellt das vor enorme Herausforderungen.Β»
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Auch in anderen High-Tech-Bereichen wie Medizintechnik, Halbleiter oder Pharma versucht China, eigene Champions hervorzubringen und die AbhΓ€ngigkeit vom Ausland zu senken. Viele Unternehmen reagieren darauf, indem sie Produktion in die Volksrepublik verlagern und so einen Lokal-Status erlangen. Β«Das meiste, was wir verkaufen, wird inlΓ€ndisch produziertΒ», sagt der China-GeschΓ€ftsfΓΌhrer des Lebensmittelkonzerns Kraft Heinz, Ze Dias. So hat sein Unternehmen mit Jif Jaf einen Keks auf den Markt gebracht, der dem beliebten Oreo-Keks Γ€hnelt - aber mit Geschmacksrichtungen wie Schokolade-KΓ€se oder Chili aufwartet. ErhΓ€ltlich ist er nur in der Volksrepublik.
(awp/ccr)
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