Es sind keine einfachen Wochen für Nestlé. Der Nahrungsmittelkonzern hat mit dem Babymilch-Skandal ordentlich zu kämpfen. Die Jahreszahlen rücken da fast in den Hintergrund. Am Donnerstagmorgen kommuniziert Nestlé: Im Jahr 2025 schreibt man 9 Milliarden Franken Gewinn – also 17 Prozent weniger als im Vorjahr.
Der Umsatz ging im Gesamtjahr um 2,0 Prozent auf 89,49 Milliarden Franken zurück. Hintergrund waren vor allem die Dollarschwäche respektive der starke Franken. Das organische Wachstum – also ohne Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufe – stieg nach 2,2 Prozent im Vorjahr allerdings auf 3,5 Prozent. Trotz weniger Gewinn hält der Konzern an seiner Dividendenpolitik fest: Die Auszahlung steigt zum 30. Mal in Folge, und zwar auf 3,10 Franken je Aktie nach 3,05 Franken im Jahr davor. Der grossangelegte Rückruf von Babynahrung in gegen 60 Ländern wegen einer giftigen Zutat erfolgte weitgehend erst Anfang 2026. Der Skandal hatte darum kaum einen Effekt auf die Zahlen von 2025.
Ausblick
Für künftig wieder stärkeres Wachstum schärft der seit gut fünf Monaten amtierende CEO Philipp Navratil die Konzernstrategie. Demnach richtet Nestlé seinen Fokus wie erwartet stärker auf die vier Sparten Kaffee, Heimtierprodukte und Nutrition, die zusammen rund 70 Prozent des Umsatzes ausmachen, sowie auf Kulinarikprodukte und Snacks aus. Beim Ausblick bleibt das Management wegen des schwierigen Umfelds wie erwartet vorsichtig. Nestlé erwartet ein organisches Wachstum von etwa 3 bis 4 Prozent, wobei das interne Realwachstum gegenüber 2025 zunehmen soll; belastend wirken rund 20 Basispunkte aus Produktrückgaben und Bestandslücken nach dem grossen Rückruf von Babynahrung.
Navratil will künftig mehr Geld in Marketing und Innovationen stecken. Das Geld soll aus dem laufenden Sparprogramm kommen. Navratil hatte kurz nach seinem Einstand als CEO im Oktober einen grossen Stellenabbau angekündigt. In den nächsten zwei Jahren ist ein globaler Personalabbau von etwa 16'000 Stellen geplant, was knapp 6 Prozent der knapp 280'000 Nestlé-Stellen entspricht. Mit dem Jobabbau sollen bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Franken erzielt werden. 20 Prozent dieser Einsparungen seien bereits erreicht worden, heisst es nun.
Am Vorabend hatte Nestlé bereits Änderungen an den Verwaltungsratsprozessen bekannt gegeben. Zusätzliche Sitzungen etwa sollen das Engagement des Verwaltungsrats erhöhen. Das Aufsichtsgremium wird zudem erweitert und erhält mit dem früheren Nationalbank-Präsidenten Thomas Jordan einen prominenten Zugang.