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Perlen: Eleganz ist unvergänglich

Coco Chanel (1883–1971): Auch heute noch immer der Inbegriff für Charme und Klasse sowie Botschafterin für Perlenschmuck.

Sie sind der Klassiker der Juwelenwelt und bereichern Schmuck durch ihren Charme und ihre Ausstrahlung.

Von Iris Wimmer-Olbort
07.03.2012

Es gibt sie, die Frau, die stets für ihre Eleganz und ihren Stil gerühmt und von Männern wie Frauen gleichermas­sen bewundert wurde. Gemeint ist Coco Chanel. Die legendäre französische Modeschöpferin, die einst das Kleine Schwarze und den Kurzhaarschnitt erfand, war eine glühende Liebhaberin von Perlenschmuck. Auf vielen ihrer berühmten Fotos trägt sie zu schlichten, eleganten Kleidern gleich mehrere Colliers. Aber nicht irgendwie, sondern mehrreihig, in verschiedenen Längen und Grös­sen, was eigenwillig und dennoch sehr elegant wirkt. Perlenschmuck begleitete «Mademoiselle», wie sie zeit ihres Lebens genannt wurde, zu jedem Anlass, selbst wenn sie sportliche Kleidung oder maskuline Hosen trug.

An diese Vorliebe knüpft Chanel heute in der Haute-Joaillerie-Kollektion an: Hier zeigen sich Perlen in Verbindung mit Diamanten und Farbsteinen sowohl von ihrer glamourösen als auch von ihrer modernen Seite. Diese Vielseitigkeit ist denn auch ein Kennzeichen des Schmucks mit Perlen von heute. «Perlen werden von Frauen jeden Alters, zu jeder Gelegenheit und zu jeder Kleidung getragen, ob sportlich oder elegant. Sie sind vielseitig und passen sowohl zu Jeans und Rollkragenpullover wie zum Abendkleid. Und man staunt immer wieder, wie sich Perlen der Farbe der Kleidung anpassen», schwärmt Charlotte Frieden vom Perlen- und Schmuckgrosshändler Frieden AG Creative Design, Thun.

Möglich macht dies eine neue Vielfalt, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden ist. Früher gab es vor allem die hellen, stark glänzenden, bis 10 Millimeter grossen Akoya-Zuchtperlen, die überwiegend als Collier getragen wurden – begleitet von einem recht angestaubten Charme. Doch dann zog mit neuen Perlenarten und Züchtungen eine frische Vielfalt in die Schmuckwelt ein. Bis zu 10 Millimeter gros­se Süsswasser-Kulturperlen wurden in vielen verschiedenen, oft pastelligen Farben zu einem erschwinglichen Modeaccessoire.

Teures kommt vorwiegend aus der Südsee

Demgegenüber stehen die exklusiven Südsee-­Kulturperlen in hellen Farbtönen, die von Weiss bis hin zu Gold und Rosé reichen. Ihr feiner Schimmer, den die Fachleute Lüster nennen, sowie stattliche Grös­sen von 10 bis 20 Millimetern machen sie zu besonderen Prachtstücken. Das gilt auch für die dunkle Südseeperle – die Tahiti-Kulturperle, die ebenfalls eine ansehnliche Grösse erreicht und durch ihre markante Farbpalette besticht, die von Grau bis Tiefschwarz reicht und bisweilen rot oder grün überhaucht ist.

Noch relativ neu sind die Fidschi-Perlen, die Juwelier Bucherer, Luzern, bereits im Sortiment hat. «Das sind wunderschöne Raritäten, die seit einigen Jahren auf den Fidschi-Inseln im Südpazifik gezüchtet werden», erklärt Karl Corpataux, Direktor Merchandising Schmuck und Mitglied der Geschäftsleitung von Bucherer. Noch werden nur wenige Exemplare der Fidschi-Perlen angeboten, doch wegen ihrer schönen Farbe und Ausstrahlung sind diese unter Kennern sehr begehrt. Corpataux beschreibt die sanften Schönheiten: «Die Fidschi-Perlen leuchten richtiggehend. Besonders gut gefällt mir, dass sich oft mehrere Farben in einer Perle vereinen und sie einen auffälligen grünen, blauen oder sogar braunen Schimmer besitzen können. Sie werden bis zu 18 Millimeter gross und sind in der Form meist nicht rund, sondern eher off-shape oder barock geformt.»

Angesichts dieser Vielfalt – von Süsswasser- bis hin zu Südsee- und Fidschi-Perlen – wollen Fachleute nicht von Trends sprechen. «Ich stelle immer wieder fest, dass Kulturperlen sehr individuell ausgewählt und gekauft werden», berichtet Andreas Kobler, Geschäftsführer von Juwelier A. Türler, Zürich. «Perlenkundinnen lassen sich eingehend beraten und stimmen vor allem die Farbe der Perle auf den Ton ihrer Haut ab. Dabei lässt sich feststellen: Gute Qualität setzt sich immer durch. Das heisst, oft entscheiden sich Kundinnen für etwas kleinere Perlen, die dafür von besserer Qualität sind.»

Auch Charlotte Frieden betont die Individualität des Schmucks: «Perlenart, Grös­se, Form und Farbe sind Liebhabersache. Wichtig ist vor allem, dass die Perle zur Trägerin passt. Deshalb lohnen sich sorgfäl­tiges Probieren und Vergleichen.»

Das Collier bleibt der zeitlose Renner

Bei Bucherer ist es das klassische Perlencollier, das am häufigsten nachgefragt wird. «Gesucht ist vor allem hochwertige Ware – weisse Südsee-Perlen und Tahiti-Perlen in feiner, grauer Farbe. Auch die goldene Südsee-Perle wird zunehmend ein Thema», erklärt Corpataux. Bei den Preisen hat er einen Trend nach unten festgestellt: «Selbst hochwertige Ware wird derzeit zu eher niedrigeren Preisen angeboten», sagt der Fachmann. Top-Qualität, also besonders ausgefallene und hochwertige Exemplare, habe dennoch ihren Preis: «Eine gute Qualität bezieht sich auf die Form, die möglichst rund sein soll, auf die Grösse und auf eine makellose Oberfläche. Besonders teuer sind wegen ihrer Seltenheit Südsee-Perlen ab einer Grösse von 20 Millimetern, Akoya ab 11 Millimetern und Tahiti-Perlen ab 18 Millimetern.»

Solche Prunkstücke bedürfen der gleichen sorgsamen Behandlung wie alle Juwelen mit Perlen: «Parfüm oder Kosmetika sollte aufgetragen werden, bevor man Schmuck anlegt, damit Perlen so wenig wie möglich damit in Berührung kommen. Und nach dem Tragen sollte Perlenschmuck mit einem weichen Tuch abgerieben werden», empfiehlt Kobler von Türler. «Ausserdem sollte man ein Collier von Zeit zu Zeit neu aufziehen lassen, um das Reissen der Perlenschnur zu verhindern.» Dann sind Perlen perfekte Begleiter für jeden Tag. Das passt zu einem weiteren Trend, den Kobler festgestellt hat: «Heute interessiert sich auch ein jüngeres Publikum für Perlenschmuck. Der verschwindet heute nicht mehr im Tresor, sondern wird gerne und häufig getragen.»

Cartier: Den Klassiker mit Perlen ergänzt

Trinity-Kollektion
Drei Farben – eine Bedeutung: Der Trinity-Ring von Cartier (Bild) ist ein Zeichen der Verbundenheit – und das schon seit 88 Jahren. 1924 entwarf Louis Cartier höchstpersönlich einen Ring für den französischen Dichter, Visionär und Denker Jean Cocteau: Ein Schmuckstück aus drei ineinander verschlungenen Bändern in den drei Goldnuancen Rot, Gelb und Weiss. Seitdem wurde der Ring zum absoluten Klassiker von Cartier. Vor allem in den vergangenen Jahren erfuhr er immer wieder neue Interpretationen. Die Trinity Collection wurde um Ohrschmuck, Armreifen und Colliers ergänzt. Krönung sind mit verschiedenfarbigem Diamantpavé ausgefasste Ringe. Nun bereichert die Perle das legendäre Design. In der Kollektion Trinity Pearls werden verschiedenfarbige Süsswasser- und Südsee-Kulturperlen zu den drei Goldfarben kombiniert.

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