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First Class Lounges: Asien-Drehkreuze im Test

Bangkok, Hongkong, Seoul, Singapur

An den grossen Flughäfen in Fernost sind sie generell auf hohem ­Niveau. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie der Vergleich zeigt.

Von Matthias Niklowitz
03.10.2012

Bangkok

Thai Royal Orchid First Class Lounge Der Bereich war zur Besuchszeit des Testpassagiers, der hier auf dem Weg nach Ho Chi Minh City umstieg, relativ leer; so konnten die beiden Gäste eine der halboffenen, separaten Sitzecken mit flachem ­Teetisch ergattern und ohne Warten die Duschen benutzen. «Wir haben der Tageszeit angemessen nur Tee getrunken, der wurde aber mit einer kleinen süssen Mahlzeit serviert», so der Tester.

Die Passagiere werden hier mit dem Golf-Cart am Flugzeug abgeholt und auch wieder zurückgebracht – das ist nicht jedermanns Sache. Der Tester zog es auf dem Weg zum Weiterflug vor, sich die Füsse auf den 400 Metern zum Anschluss zu vertreten. Der Gast wird auch in der Lounge aufgerufen.

Catering und Duschen waren perfekt, ebenfalls das aufmerksame Personal. Für die Nutzung sämtlicher Annehmlichkeiten (Spa, Massage, Smoking Room oder Erholungsräume) sollte man sich als Passagier mindestens 90 Minuten Zeit ­einplanen. Die Lounge ist zudem gut vom Lärm des Flughafenbetriebs getrennt. Schwachpunkte waren die kleine Zeitungs- und Zeitschriften­auswahl sowie die unzureichende Beleuchtung der Arbeitsecken. Wer nicht einen Tablet hat, sieht zu wenig, um lesen und schreiben zu können.

Hongkong

The Travelers’ First Class Lounge Der Testpassagier­ war abends vor Ort – das bedeutet in Hongkong Hochbetrieb für Flüge nach Europa, die gegen Mitternacht abheben. Die Lounge war deshalb gut besucht, aber die verwinkelte Raumaufteilung im Arbeits- und Sitzbereich liess das etwas vergessen.

Abgetrennt davon ist ein kleines A la carte-Restaurant (plus Buffet). Hier fand der Tester alles, um einen Nachtflug nach Europa ohne Mahlzeit an Bord vorzubereiten. Auch das Essen in der Business reicht nicht annähernd an den Standard dieser Einrichtung heran, und man sah gleich, dass die Passagiere, die am Boden schon eine vernünftige Lounge besucht hatten, in der Luft dann nur noch einen Schlummertrunk benötigten.

Speise- und Duschmöglichkeiten wurden als ­ausgezeichnet geschildert. Für Leute, die noch zu arbeiten haben, stehen zwar einige Tische zur ­Verfügung, aber nicht bei allen funktionierten die Steckdosen. Das Airline-Personal bringt seine Passagiere bis zur Lounge und holt sie auf Wunsch wieder ab. Etwas mager war auch hier die Zeitungs- und Zeitschriftenauswahl. «Ungemütlich war die Lage der Lounge direkt in der grossen und lärmigen Halle,» so der Tester. Deutlich ruhiger war es im etwas abgetrennten Essbereich.

Singapur

Singapore Airlines SilverKris Lounge Der Test­passagier hat das Produkt im Terminal 3 probiert – und die alten, gemütlicheren Sitze des Pendants im Terminal 2, der Mutter aller Vielflieger-Top-Lounges, vermisst. «Auf denen konnte man sich einigermassen bequem strecken – hier ist das kaum möglich», so der Tester. Das Personal hat trotzdem nichts gegen eine «Flat-Bed»-Ruhepause und hilft mit einem Kissen sowie Decken aus.

Gut war das Arbeits- und Essensangebot mit drei Buffets. Im Internet-Café stehen zwar 20 neue Mac, aber es ist nur ein Drucker vorhanden. Gegessen werden kann an langen Cafeteria-Marmorplatten, der Bar oder an kleinen Einzeltischen. Es gibt Rückzugsmöglichkeiten in Ruheräumen.

An Details sieht man der Lounge aber an, dass sie schon vor vier Jahren eröffnet wurde. Die Zahl der Bäder ist knapp, gerade in abendlichen Stosszeiten nach feuchtheissen Arbeitstagen in Singapur. Der Tester vermisste auch Anzeigen über die Flüge. Es gibt zudem keine Begleitung zu den ­abgehenden Maschinen. Enttäuschend war auch die Bar mit Heidsieck Champagner, einer Handvoll Whiskys und weiteren «harten» Drinks, aber ohne die beliebten Cocktails wie den Singapore Sling, den es «drüben» im Terminal 2 gibt.

Seoul

Korean Air Prestige Class Lounge «Dieser Bereich hat ein kleines Problem», meint der Testpassagier vor seinem Flug mit dem A380 nach Frankfurt. Er ist zwar ruhig, man kann auch arbeiten, die Sessel fand er bequem, und weil nur wenige Gäste drin waren, fühlte sich der Ort «angenehm übersichtlich» an. Duschen und Waschräume sind gross­zügig und sehr gut. Es gibt hier viele Monitore, über die ein Passagier rechtzeitig von seinem Weiterflug oder von allfälligen Planänderungen erfährt.

«Der Rest des Angebots war enttäuschend», so der Tester. Das Personal war korrekt, aber längst nicht so zuvorkommend wie an anderen wichtigen Hubs in Asien, wenn es um Auskünfte und Sitz­änderungen ging. Wer nicht koreanisch, mandarin oder japanisch lesen kann, findet ausserdem keine frischen Zeitungen oder Zeitschriften. Das Angebot an Mahlzeiten war für eine First Class Lounge vergleichsweise klein und es gab vor allem lokale Speisen. Gute Weine fehlten genauso wie Champagner. Bei den «harten» Getränken beschränkte sich das Angebot auf die Standard-Labels.

«Deshalb war der Kontrast zum späteren Flug auch umso grösser, obwohl Seouls Flughafen ­Incheon selber zu den am besten organisierten und funktionierenden gehört», so der Tester.

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