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Ein Epos mit Geschichte

Die Abtei von Hautvillers: In diesen Mauern entdeckte Dom Pérignon die noch heute angewandte Flaschengärung.

Weine aus der Champagne gab es schon lange vor dem Champagner. Erst Dom Pérignon ­entdeckte die Perlen, die heute die Welt bedeuten.

Veröffentlicht 14.12.2011

Fossile Blätter, gefunden in der Champagne, weisen darauf hin, dass es dort bereits vor über 65 Millionen Jahren Rebstöcke gab. Es dauerte aber schliesslich bis zum galloromanischen Zeitalter (3. bis 5. Jahrhundert), bis es die ersten produk­tiven Rebbaugebiete gab. Reims, zunächst Durocortum, war bereits damals eine bedeutende Stadt. Um sie zu bauen, wurden weitläufig Steinbrüche abgebaut. Heute sind diese Crayères die Weinkeller der zahlreichen Champagnerhäuser.

Ab dem 10. Jahrhundert wurden die Weine aus der Champagne immer bekannter, was durch die vielen Märkte im 12. Jahrhundert weiter stark zunahm. In der Renaissance ging dann der Ruf des Champagners über die Grenzen des Königreichs hinaus. Aber erst ab dieser Epoche stand für die Cham­pagnerkenner die Qualität über der Quantität. Die Cuvées der bekanntesten Produzenten begannen sich an den königlichen und kaiserlichen Höfen durchzusetzen. Das war vorher anders: Früher musste die Quantität überzeugen, nicht die Qualität.

Früher rot und ohne Bläschen

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Champagnerweine rot – und nicht perlend, also stille Weine. Erst im Laufe des 17. Jahrhunderts wurden die Anfänge des Champagners entwickelt, so wie wir ihn heute zu schätzen wissen. Zunächst stellten die Winzer einen Weisswein her. Dann praktizierte Dom Pérignon, der Schatz- und Kellermeister in der Abtei Hautvillers, die Assemblage mit Trauben unterschiedlicher Crus. Durch den Einsatz der Flasche für Lagerung und Transport entdeckte Dom Pérignon, dass der Wein dadurch moussierend wurde.

Die Champagnerliebhaber pochten ab diesem Zeitpunkt auf weissen Schaumwein. Ab 1729 siedelten sich die Champagnerhäuser in Reims und in Epernay an.

Im 19. Jahrhundert zerstörte die Reblaus nahezu das gesamte Weinbaugebiet. Die Ausarbeitung des Champagners ging durch das Aufkommen neuer Techni-ken dennoch weiter. Waren es 1845 lediglich 6,5 Millionen Flaschen, die pro­du­ziert wurden, so kletterte der Absatz im Jahr 1899 bereits auf 37 Millionen ­Flaschen. Aber all das ist längst Vergan­genheit. Nach einer starken Vergrösserung der Rebaugebiete nach dem Zweiten Weltkrieg liegt heute die Produktion in guten Jahren zwischen 320 und 335 Millionen Flaschen.



Tourismus: Ein Kellerbesuch gehört dazu

Route du Champagne
Die Cham­pagne ist im Dreieck Reims–Châlons-sur-Marne–Epernay touristisch ­interessant, nicht allein der vielen Champagnerhäuser wegen, deren Kellereien besucht werden können. Von Dormans nach Hautvillers, von Riceys nach Louvois, von Cramant nach Montgueux, von Colombey-les-Deux-Eglises nach Château-Thierry – rund um Reims und Epernay findet man die Touristenstrasse der Champagne, die durch Marne, Aube, Aisne und Haute-Marne begrenzt wird. Natürlich steht der «König der Weine» im Vordergrund, aber auch sonstige Interessen lassen sich in der Champagne wunderbar befriedigen.

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