Guten Tag,
Regierungen und Notenbanken heizen das Börsenrally 2026 an. Sie machen so lange weiter, wie die Inflation es erlaubt.
Ordentlich Dampf im Kessel: Donald Trump und Friedrich Merz halten das Tempo mit viel Geld aufrecht. Dabei haben sie vor allem Teuerung und Arbeitslosenraten im Blick.
Matthias Schardt / Kombinatrotweiss für BILANZDiejenigen, die auf die kleine Karibikinsel Anguilla kommen, suchen Ruhe und Entspannung. Statt Partys zu feiern, wird dort ganz gechillt im türkisblauen Meer geplanscht. Zu den grösseren Aktivitäten zählt ein Spaziergang am einsamen Strand. Doch derzeit wird die Insel regelrecht überrannt. Angezogen werden die Massen nicht vom weissen Sand, sondern von Internetdomains mit der Endung «.ai». Eine Million sind bereits registriert, täglich kommen 1500 neue hinzu. Inzwischen entfällt fast die Hälfte der Staatseinnahmen auf die Vergabe der Domains. Auch auf dem Zweitmarkt sind die Adressen aus Anquilla besonders gefragt. Cloud.ai wechselte für 600’000 Dollar den Besitzer. Spätestens seit diesem Deal werden böse Erinnerungen an die Dotcom-Blase wach.
Seit ein paar Wochen geht an den Finanzmärkten die Angst vor einer KI-Blase um, die zu platzen droht und die Börsen rund um den Globus mit nach unten reisst. Die Risiken an den Finanzmärkten sind vielfältig, die Unsicherheit der Investoren gross. Viele Anleger trauen den Rekordständen an den Börsen nicht und fragen sich, was 2026 wohl für sie bringt.
Glaubt man Experten, sind die Aussichten nicht schlecht. «Anleger sollten sich nicht verunsichern lassen, sondern an Bord bleiben», rät Karen Ward, Chefstrategin EMEA bei J.P. Morgan Asset Management. Geht es nach der Britin, treiben mit den tieferen Zinsen und dem fiskalen Stimulus «zwei enorme Kräfte» die Märkte weiter an. Die Regierungen haben ihre Spendierhosen an. In Deutschland läuft nun nach und nach die 500 Milliarden Euro umfassende Investitionsoffensive an. Das Land steckt zusätzliche 100 Milliarden in die Aufrüstung. Experten glauben, dass Europas Konjunkturmotor mit diesem frischen Treibstoff wieder in die Gänge kommt. Einer davon ist Harald Preissler. Behält der Kapitalmarktstratege von Bantleon recht, wird sich die Lage der Konjunktur in ganz Europa «markant» verbessern. «Die Bundeswehr ist sozusagen gerade dabei, den Bestellzettel zu schreiben und dann demnächst an die Industrie zu verschicken», sagt Preissler. Von der Rüstung gehe der Impuls in nachgelagerte Industriezweige.
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