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Chefanleger Christian Nolting glaubt an eine Fortsetzung der Hausse. Das positive Makroumfeld sorge dafür.
Christian Nolting ist seit Juli 2021 Chief Investment Officer für das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank.
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«Disziplin schlägt Drama», so haben wir unseren Ausblick betitelt. Ich finde, das passt gut in das noch sehr junge Jahr. Es hat vielleicht ein bisschen mehr gewackelt, aber wenn man diszipliniert war und sich nicht durch jede Meldung verunsichern liess, war die Performance bisher nicht schlecht. Ich gehe davon aus, dass wir weiterhin solche Situationen haben. 2026 dürfte volatiler werden als 2025.
Auf jeden Fall. Denn wir gehen von einem sehr positiven Makroumfeld aus. Im Vorjahr hatten wir 300 Zinssenkungen, 2026 kommen über 80 weitere dazu. In den USA rechnen wir mit zwei Zinsschritten nach unten. Aber ein noch wichtigerer Treiber ist die Fiskalpolitik. In den USA haben wir den «One Big Beautiful Bill Act». In Europa investiert nicht nur Deutschland, und auch in China und Japan nimmt die Politik Geld in die Hand. Ein Umfeld, in dem man investiert sein sollte. Es wird Rücksetzer geben, doch für mich sind das Kaufgelegenheiten.
Nein, die Märkte laufen gut, weil die Firmen die Erwartungen erfüllen. Solange die Firmen die Gewinne liefern und das Makroumfeld positiv bleibt, sind die höheren Bewertungen gerechtfertigt. Der Markt erwartet zum Beispiel um die sieben Prozent Gewinnwachstum im S&P 500. Das ist weniger als im letzten Jahr, und das ist ein Unterschied zu 1999/2000, als die Erwartungen immer weiter gestiegen sind.
Möglich, dass die Geopolitik bremst. Als Investor sollte man geopolitische Ereignisse aber nicht überbewerten. Sie werden vom Markt meist erst registriert, wenn sie wirklich stattfinden. Die Unsicherheit ist dann meistens auch schnell wieder verflogen.
Die Zuwachsraten vom Vorjahr werden wir 2026 wohl nicht erreichen. Aber für den S&P 500 und den Euro Stoxx 50 gehen wir von einer Rendite von rund acht Prozent aus.
Die Inflation bleibt immer ein Thema. In den USA liegt die Teuerung bei 2,9 Prozent Das ist vom Zwei-Prozent-Ziel deutlich entfernt. Kommt es tatsächlich zu Zinssteigerungen, würde das die Fiskalpolitik infrage stellen. Da hätte man dann gleich zwei Treiber weniger. Aber derzeit rechnen wir nicht mit so einem Szenario.
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