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Ist auf Börsenweisheiten Verlass?

«Wie im Januar so das ganze Jahr», lautet eine von vielen Börsenweisheiten. Wie viel Wahrheit steckt hinter? Eine Analyse in fünf Punkten.

Olivia Ruffiner

Olivia Ruffiner

<p>Die Wall Street in den USA ist Geburtsort vieler Börsenweisheiten.</p>

Die Wall Street in den USA ist Geburtsort vieler Börsenweisheiten.

AFP via Getty Images

Es gibt nicht viele Parallelen zwischen dem Bauernhof und dem Börsenparkett. Aber ganz sicher diese: Auf beiden tummeln sich Leitsätze, die komplexe Begebenheiten verallgemeinern sollen. Die sogenannten Bauernregeln und Börsenweisheiten überschneiden sich sogar in manchen Fällen.

Während der Bauer «Kommt der Januar vor Februar, wird das Jahr, wie es immer war» sagt, meint die Anlegerin: «Wie der Januar, so das ganze Jahr.» Oder: «Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht.» Warren Buffett formuliert es so: «Investiere nicht in ein Geschäft, das du nicht kennst.» Und manchmal haben sogar beide recht.

1. Wie entstehen Börsenweisheiten?

Börsenweisheiten sind historisch gewachsene Faustregeln, die sich aus Beobachtungen von Marktteilnehmern über viele Jahrzehnte – teils Jahrhunderte – entwickelt haben. Es ist schwer zu sagen, welches die älteste Börsenweisheit ist, einige dieser Leitsätze reichen sogar bis ins späte 17. Jahrhundert zurück. So zum Beispiel die Regel «Sell in May and go away», die besagt, dass Anleger, die im Mai verkaufen und von September bis Oktober wieder zukaufen, langfristig mehr Rendite erzielen würden als diejenigen, die den Sommer über die Aktien halten.

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