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Willenskraft

Wo ein Wille ist, ist auch beruflicher Erfolg

Ein starker Wille ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Über wie viel Willenskraft wir tatsächlich verfügen, wie wir sie trainieren können und warum Diäten kontraproduktiv sind.

Corinna Clara Röttker

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Berggipfel: Ein starker Wille hilft, um erfolgreich zu sein.Pixabay RMS

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Der Mensch schmiedet Pläne und setzt sich Lebensziele: weiterbilden, das eigene Unternehmen aufbauen, den beruflichen Aufstieg vorantreiben. Doch während der eine zaudert und bei den ersten Schwierigkeiten bereits aufgibt, ist der andere hartnäckig und macht so lange weiter, bis er sein Ziel erreicht hat.
Im täglichen Leben werden wir ständig auf die Probe gestellt, müssen das Verlockende lassen und das Unangenehme tun, um unsere Ziele zu erreichen. Ein starker Wille ist dabei oftmals der Schlüssel zum Erfolg. Er hilft, schwierige Situationen zu meistern und den inneren Schweinehund zu überwinden.

Erfolg dank Willenskraft

Auch bei erfolgreichen Managern und Unternehmern sind es oft nicht die visionären Ideen, die sie auszeichnen, sondern die Fähigkeit des Gehirns, die Konzentration aufrechtzuerhalten – selbst angesichts von Ablenkungen, Unbehagen und Unlustgefühlen. Es ist eine psychische Energie, die bei manchen mehr und bei anderen weniger stark ausgeprägt ist, die aber benötigt wird, um Hindernisse zu überwinden.
Ein Beispiel ist Facebook: Aufgebaut auf einer einfachen Idee, lag die eigentliche Herausforderung von Mark Zuckerberg darin, die Widerstände, die sich ihm zur Umsetzung in den Weg stellten, zu überwinden. Trotz allem hielt er an seiner Idee fest – mit viel Willenskraft und schliesslich Erfolg, wie wir heute wissen.

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Legendärer Marshmallow-Test

Dass ein starker Wille und Karrierechancen zusammenhängen, zeigte Neuropsychologe Walter Mischel bereits in den sechziger Jahren in seinem legendären Marshmallow-Test. Er setzte amerikanische Vorschulkinder vor einen Marshmallow und liess ihnen die Wahl: entweder die süsse Schaumzuckerware sofort essen dürfen oder den Marshmallow 20 Minuten unberührt lassen und als Belohnung fürs Warten einen zweiten bekommen.
Das Ergebnis: Manche Kinder assen den Marshmallow sofort auf, andere warteten geduldig und wieder andere setzten kreative Tricks ein, um sich von der Leckerei abzulenken. Vor allem aber zeigte Mischels Studie Jahre später eins: Kinder, die lange Warten konnten, schlugen Jahrzehnte später erfolgreichere Wege im Berufsleben ein, als jene Kinder, die weniger Willensstärke zeigten. Sein Fazit lautet deshalb: Wer stark genug ist, sein Verlangen im Zaum zu halten, hat bessere Chancen dauerhaft erfolgreich zu sein.
Weitere Studien zeigen darüber hinaus auch einen positiven Zusammenhang zwischen Willenskraft und zwischenmenschlichen Beziehungen, Bewältigungskompetenzen und geistiger Gesundheit. Zudem sollen Menschen mit einem starken Willen weniger anfällig für Drogen- und Alkoholmissbrauch sein.

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Unbegrenzte Willenskraft

Doch über wieviel Wille verfügen wir? Und wie können wir ihn stärken? Dazu gibt es zwei Lehrmeinungen: Forscher wie Carol Dweck von der Stanford University vertreten die Ansicht, die Willenskraft ist eine unbegrenzte Ressource, die nie erschöpft ist. Ob man seine Ziele beharrlich verfolgt, hängt demzufolge vor allem von der eigenen Überzeugung ab.
Glaubt man also, dass der eigene Wille irgendwann erschöpft ist, wird man auch seine Ziele nicht hartnäckig verfolgen. Für Personen aber, die glauben, dass die Willensstärke unbegrenzt zur Verfügung steht, tut sie das auch. Tatsächlich zeigen verschiedene Studien, dass Testpersonen, die an eine unbegrenzte Energie glauben, sich länger anstrengen und weniger ablenken lassen.

Wie ein Muskel

Die andere Lehrmeinung hingegen besagt das genaue Gegenteil. Demnach ist die Willenskraft ein begrenztes Gut. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Theorie ist der Sozialpsychologe Roy Baumeister. Seine These lautet: Ähnlich wie ein Muskel, der nach einer Anstrengungsphase erschlafft und Regeneration braucht, wird auch der eigene Wille müde und muss sich nach einer anstrengenden Tätigkeit erholen, um neue Kraft zu tanken.
Doch das Gute daran: Ebenso wie ein Muskel kann die Willenskraft laut Baumeister durch Training gekräftigt werden und mit jeder Trainingseinheit an Stärke und Ausdauer gewinnen. Dies gelingt etwa, indem man kleine Aufgaben trainiert und in möglichst vielen Alltagssituationen diszipliniert agiert. So kann man seinen Willen stärken und leichter Ziele erreichen.

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Keine Glukose, keine Willenskraft

Vor allem aber sollte, wer seine Selbstdisziplin steigern will, sich vernünftig ernähren und auf eine ausreichende Energiezufuhr achten. Denn laut Baumeister bringt Glukose das erschöpfte Ego am schnellsten wieder auf Trab. Seine Untersuchungen zeigten, dass Probanden, die Zuckerhaltiges getrunken hatten, bei Willenstests besser abschnitten als jene, deren Getränke mit Süssstoff gesüsst wurden. Sein Fazit lautet daher: keine Glukose, keine Willenskraft. Wen wundert es also, dass so viele Diäten schiefgehen?
Allerdings - wer bereits zum nächsten Schoko-Riegel greift, dem sei gesagt: Der Effekt hält bei proteinreichen Snacks länger an als bei reinem Zucker.
Wie man als Arbeitgeber zufriedene Mitarbeiter bekommt, sehen Sie in der Bildergalerie:
Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver und innovativer und sind dem Arbeitgeber länger treu. Der Vorgesetzte kann dabei die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter direkt beeinflussen und fördern. Dafür sollte er diese sechs Faktoren in seinen Führungsstil einbauen*:Quelle: Studie Work Happy des Personaldienstleisters Robert Half
1. Der richtige JobIndem der Arbeitgeber schon beim Einstellungsprozess darauf achtet, nur Bewerber einzustellen, die gut in die Unternehmenskultur passen, wird gleich zu Anfang eine gute Voraussetzung für glückliche Mitarbeiter geschaffen. Dabei ist es wichtig, die offene Stelle und Unternehmenskultur genau zu beschreiben, Erwartungen sollten klar und offen dargelegt werden.
2. Mehr VerantwortungDer Arbeitgeber sollte nur wenige Vorgaben machen und stattdessen seine Mitarbeiter dazu ermutigen, mehr eigene Entscheidungen zu treffen. Der Grund: Mehr Eigenverantwortung führt dazu, dass der Mitarbeiter wichtige Kompetenzen entwickelt und selbstbewusster wird. Zudem führt mehr Verantwortung dazu, dass der Mitarbeiter den Status quo hinterfragt und neue Ideen einbringt.
3. Ehrliche WertschätzungDer Arbeitgeber sollte zeigen, dass er die harte Arbeit und den Einsatz seiner Mitarbeiter schätzt. Dabei hat schon ein ehrliches Dankeschön nach einem erfolgreichen Projekt einen stark motivierenden Effekt. Wichtig ist: Es sollte ehrlich, direkt und umgehend sein.
4. Den Sinn spürenAuf lange Sicht sind für viele Menschen der Sinn und Zweck der Arbeit entscheidend. Der Arbeitgeber sollte daher den Wert der Arbeit betonen und regelmässig kommunizieren, welchen wertvollen Beitrag ein Mitarbeiter leistet. Dies vermittelt eine Sinnhaftigkeit im täglichen Tun.
Fairness und Respekt erlebenEine empfundene Ungerechtigkeit kann einen glücklichen Mitarbeiter demotivieren. Für mehr Fairness am Arbeitsplatz kann eine offene und transparente Kommunikation sorgen. Ebenso ist es wichtig, dass der Arbeitgeber die Mitarbeiter dazu ermuntert, sich an ihn zu wenden, wenn sie sich unfair behandelt fühlen. Vor allem aber beim Gehalt zählt Fairness mehr als alles andere. Der Arbeitgeber sollte daher die Löhne regelmässig mit dem Marktniveau abgleichen.
6. Ein positives ArbeitsklimaVorgesetzte sollten gute soziale Beziehungen fördern - zum Beispiel mit Hilfe von Teambuilding-Events oder indem sie bei Projekten Teams zusammenstellen, die in der Konstellation noch nie miteinander gearbeitet haben. Denn: Je besser sich Mitarbeiter untereinander und mit dem Chef verstehen, umso glücklicher arbeiten sie. Bilder: Pixabay
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Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver und innovativer und sind dem Arbeitgeber länger treu. Der Vorgesetzte kann dabei die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter direkt beeinflussen und fördern. Dafür sollte er diese sechs Faktoren in seinen Führungsstil einbauen*:Quelle: Studie Work Happy des Personaldienstleisters Robert Half RMS

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