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Was die Türkei-Wahl für Anleger bedeutet

In der Türkei ist die politische Unsicherheit gross. Warum Anlegern eine Zustimmung zur Reform, die Präsident Erdogan mehr Macht einräumen würde, aber lieber wäre.

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Wahl: «Ja» zur Verfassungsreform würde Kurse wohl nur kurz treiben. Keystone RMS

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Die Türkei ist derzeit weder für Touristen noch für Investoren attraktiv. Zu gross war die politische Unsicherheit in den vergangenen Monaten. Das für den 16. April geplante Verfassungsreferendum wird daran Experten zufolge kaum etwas ändern - unabhängig vom Ausgang.
Trotz der grossen Kritik am türkischen Präsidenten Recip Tayyip Erdogan wäre Anlegern eine Zustimmung zur der Reform, die ihm mehr Macht einräumen würde, aber lieber. «Ein 'Ja' wäre aus Sicht des Marktes auf kurze Sicht der bevorzugte Ausgang, da er auf politische Stabilität hoffen lässt», sagt Fondsmanager Jean-Jacques Durand vom Vermögensverwalter Edmond de Rothschild.

Von kurzfristigen Kursschwankungen profitieren

Doch insgesamt hält sich das Interesse der Investoren in Grenzen: «Anleger sind derzeit in türkischen Wertpapieren eher untergewichtet», sagt Felix Herrmann, Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrössten Vermögensverwalter Blackrock. «Sie sehen die Türkei derzeit eher als taktisches denn als strategisches Investment.» Statt sich langfristig zu engagieren, versuchten Anleger, von kurzfristigen Kursschwankungen zu profitieren. So hätten einige von ihnen die Talfahrt der Istanbuler Börse Ende 2016 zum Wiedereinstieg genutzt.

Nach dem gescheiterten Putsch vom Sommer 2016 hatte der Leitindex der Istanbuler Börse gegen den europäischen Trend bis zum Jahreswechsel 2016/2017 gut zehn Prozent verloren. Seither ging es mit einem Plus von rund 15 Prozent doppelt so stark bergauf wie bei Dax und EuroStoxx50. Auch die türkische Lira löste sich wieder etwas von ihren Rekordtiefs.

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Ja oder Nein?

Stimmten die Wähler mehrheitlich mit «Hayir» - also «Nein», könne die Stimmung schnell wieder kippen, warnt Volkswirt Carsten Hesse von der Berenberg Bank. «Ein 'Nein' würde die Unsicherheit schüren, was als nächstes kommt.» Denkbar sei eine vorgezogene Parlamentswahl. «In diesem Fall würde Erdogan versuchen, dort eine Zwei-Drittel-Mehrheit zu erlangen, um sein Ziel auf diesem Weg zu erreichen.»
Bei einem «Ja» erwarten Experten dagegen eine Erleichterungsrally bei türkischen Aktien und der Lira. Diese wäre aber nur von kurzer Dauer. «Selbst bei einer Zustimmung zur Verfassungsänderung besteht die Wahrscheinlichkeit weiterer Referenden und Wahlen», warnt Berenberg-Volkswirt Hesse. «Präsident Recep Tayyip Erdogan könnte eine Neuwahl des Staatsoberhauptes ansetzen, um seine neu gewonnene Macht zu legitimieren. Möglich ist auch eine Volksabstimmung über ein Ende der EU-Beitrittsverhandlungen.»

Darüber hinaus verhindere das neue politische Umfeld eine umfassende Neubewertung der Türkei und eine Rückkehr zu mehr langfristigen, strategischen Engagements, betont Blackrock-Stratege Herrmann. «Ein Ein-Mann-Staat wäre ein Rückschritt, der Investoren eher abschreckt.» Ein Umdenken sei erst bei einer Wiederaufnahme der Wirtschaftsreformen zu erwarten, ergänzt Berenberg-Mann Hesse. «Die sind zuletzt in den Hintergrund getreten.»

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(reuters/ccr)
Zehn Tipps für das Börsenjahr 2017 sehen Sie in der Bildergalerie:
Das UBS Wealth Management blickt in die Zukunft und hat zehn Ideen zusammengestellt, wie Anleger 2017 ihr Geld am besten investieren sollten.1. US-AktienDie US-Unternehmensgewinne dürften 2017 um 8 Prozent steigen, unterstützt von der Stabilisierung der Ölpreise, der expansiven Geldpolitik und potenziellen fiskalischen Impulsen der Regierung Trump.
2. SchwellenländeraktienEin schwächerer US-Dollar, die niedrigen Zinssätze in den Industrieländern sowie die Stabilisierung des BIP-Wachstums und der Rohstoffpreise dürften den Schwellenländer-Aktien im nächsten Jahr weiterhin zugutekommen.
3. Korb von SchwellenländerwährungenDurch die niedrigen Zinssätze in den Industrieländern sind hoch rentable Schwellenländerwährungen (Real, Rupie, Rubel und Rand) attraktiv im Vergleich zu wachstumssensitiven Industrieländerwährungen (australischer Dollar, kanadischer Dollar, schwedische Krone).
4. Real Estate Investment Trusts (REITs) in der Region Asien/PazifikSolche dürften auch von den niedrigen Zinssätzen in den Industrieländern profitieren. Die Renditen gegenüber Staatsanleihen sind im Vergleich zum globalen Durchschnitt attraktiv.
5. Dividenden und AktienrückkäufeAngesichts der extrem niedrigen Renditen in der Eurozone, Japan und der Schweiz haben Unternehmen, die in diesen Regionen zuverlässige Erträge bieten, an Attraktivität gewonnen.
6. US-amerikanische Senior LoansSenior Loans bieten einen Renditeaufschlag von 4 Prozent gegenüber Investment Grade-Unternehmensanleihen mit kurzen Laufzeiten. Das ist attraktiv, selbst wenn die Ausfallquoten bis auf die langfristigen Durchschnitte steigen.
7. Inflationsindexierte US-Staatsanleihen (TIPS)Das UBS CIO erwartet, dass TIPS vom stärkeren Lohnwachstum, der Stabilisierung der Ölpreise, potenziellen fiskalischen Impulsen und einem schwächeren US-Dollar profitieren werden.
8. Palladium und PlatinDie Zunahme der industriellen Aktivität, die politische Unsicherheit und die sinkenden Realzinsen dürften die beiden Edelmetalle im Jahr 2017 stützen.Global Panorama/CC/flickr
9. Alternative AnlagenDie Erträge der traditionellen Anlageklassen dürften im Jahr 2017 moderat ausfallen. Unkorrelierte Engagements über Hedge Funds, private Märkte und kurzfristige Anlagemöglichkeiten werden wertvoller sein denn je.Bilder: Keystone
10. Erstklassige Anleihen verkaufenDie Renditen sind vernachlässigbar niedrig und die Risiken nehmen zu. Die Anleger könnten darüber nachdenken, einige der Absicherungsmerkmale dieser Anlageklasse mit anderen Ansätzen nachzubilden, wie systematischen Absicherungs- und Allokationsstrategien.Brandie Heinel/CC/flickrQuelle: UBS Wealth Management
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