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Gesundheitskonzern

Was Analysten Galenica nun zutrauen

Nach der Abstossung der Sprint-Anteile hat Galenica eine Sorge weniger. Die Aufspaltung des Konzerns dürfte hingegen eine wesentlich grössere Baustelle sein. Dennoch sehen Analysten Aufwärtspotenzial.

Annika Janssen

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Galenica: Ein grosser Unsicherheitsfaktor ist vom Tisch. Keystone RMS

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«So kann es weitergehen», mögen sich Galenica-Investoren in den vergangenen Tagen gedacht haben. Für sie hat das Jahr 2017 gut begonnen. Anfang der Woche gab der Berner Gesundheitskonzern bekannt, dass der langjährige Hauptaktionär Sprint um die Investoren Stefano Pessina und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) seine Beteiligung an Galenica nun vollständig abgebaut habe. Die Nachricht sorgte bei Anlegern für Erleichterung und gab dem Aktienkurs einen Schubs: Noch am Montag stieg er um drei Prozent.

Dabei kam der Ausstieg von Sprint nicht überraschend. Die anstehende Trennung der Investorengruppe von Galenica war schon seit vergangenem Jahr bekannt. Dem Unternehmen zufolge hatten die ausserbörslichen Transaktionen der Aktienteile im Dezember 2016 begonnen, nachdem Sprint seinen Anteil bereits im Mai von 25 Prozent auf 20,6 Prozent reduziert hatte. Nun steht fest, dass sämtliche Aktienanteile des ehemaligen Grossinvestors an langfristig orientierte Investoren wie den Immobilienunternehmer Remo Stoffel gehen. Das interpretieren Investoren als gutes Zeichen: Schliesslich müssen Galenica-Aktionäre nicht mehr befürchten, dass es nach dem Ausstieg des Grossaktionärs künftig zu verstärkten Kursschwankungen kommt.

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Einen Unsicherheitsfaktor weniger

Ein grosser Unsicherheitsfaktor ist bei dem Berner Konzern also vom Tisch. Nun kann das Unternehmen sich anderen Aufgaben widmen. Etwa der angestrebten Aufspaltung in zwei Unternehmen: Einen Logistik- und Apothekenteil sowie einen Pharmateil. Beide neuen Firmen wären börsenkotiert. Die Umstrukturierung könnte nach Einschätzung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) noch im ersten Quartal 2017 über die Bühne gehen.

Der Ausstieg von Sprint könnte den Weg für die Aufspaltung nun frei machen, sagt Bruno Bulic, Analyst der Baader Helvea: «Die Unsicherheiten um Sprints Aktienpaket haben die Aufspaltung in zwei Unternehmen behindert. Wir erachten die Platzierung der Sprint-Beteiligung deshalb als exzellente Neuigkeit für das Unternehmen.»

Sommer 2016 als teuer bewertet

Zudem rückt nun das Potenzial in den Fokus, das durch die Übernahme des US-Biotechunternehmens Relypsa entstanden ist. Analysten hatten die Transaktion im Sommer 2016 als recht teuer bewertet – andererseits angemerkt, dass Relypsa die Pharma-Sparte von Galenica verstärken werde. Letzteres könnte sich nun bezahlt machen.

Im vergangenen Jahr zählte der Galenica-Valor nur tageweise zu den Gewinnern am Schweizer Aktienmarkt. Über zwölf Monate verlor der Titel mehr als 21 Prozent. Gelingt die Konzernaufspaltung und erweisen sich beide Geschäftssparten als erfolgreich, könnte es 2017 besser laufen. Carla Bänziger, Aktienanalystin der Bank Vontobel, zeigt sich nach dem Verkauf der Sprint-Anteile nicht euphorisch. Sie stuft die Galenica-Aktie weiterhin mit «Halten» ein und belässt das Kursziel bei 950 Franken. Die Analysten von der UBS und Baader Helvea sind optimistischer: Die UBS hat den Galenica-Valor vor kurzem von «Neutral» auf «Kaufen» heraufgestuft und ein Kursziel von 1300 Franken ausgegeben.

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Medikament in Galenica-Fundus übergegangen

Das Kursziel von Baader-Helvea-Analyst Bulic fällt mit 1380 Franken noch höher aus. Galenica-Schlüsselmedikamenten wie Veltassa trauen die Analysten eine grosse Zukunft zu. Das Medikament ist mit der Übernahme von Relypsa in den Galenica-Fundus übergegangen. Es wird zur Behandlung der Elektrolytstörung Hyperkaliämie eingesetzt, bei der die Konzentration von Kalium im Blut erhöht ist.

Nach der Abstossung der Sprint-Anteile hat Galenica eine Baustelle weniger. Die Aufspaltung des Berner Gesundheitskonzerns in zwei Unternehmen dürfte allerdings eine wesentlich grössere und arbeitsintensivere Baustelle sein. Ob alles glatt geht, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Optimistische Anleger könnten die aktuelle Kursfantasie zum Einstieg nutzen. Ein Schnäppchen ist der Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 39 aber nicht.

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