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Führungsstil

Sechs Tipps für glücklichere Mitarbeiter

Jeder weiss: Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver und innovativer. Die Weichen hierfür kann jeder Vorgesetzte stellen - mit seinem Führungsstil. Sechs Tipps, worauf es ankommt.

Corinna Clara Röttker

Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver und innovativer und sind dem Arbeitgeber länger treu. Der Vorgesetzte kann dabei die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter direkt beeinflussen und fördern. Dafür sollte er diese sechs Faktoren in seinen Führungsstil einbauen*:Quelle: Studie Work Happy des Personaldienstleisters Robert Half
1. Der richtige JobIndem der Arbeitgeber schon beim Einstellungsprozess darauf achtet, nur Bewerber einzustellen, die gut in die Unternehmenskultur passen, wird gleich zu Anfang eine gute Voraussetzung für glückliche Mitarbeiter geschaffen. Dabei ist es wichtig, die offene Stelle und Unternehmenskultur genau zu beschreiben, Erwartungen sollten klar und offen dargelegt werden.
2. Mehr VerantwortungDer Arbeitgeber sollte nur wenige Vorgaben machen und stattdessen seine Mitarbeiter dazu ermutigen, mehr eigene Entscheidungen zu treffen. Der Grund: Mehr Eigenverantwortung führt dazu, dass der Mitarbeiter wichtige Kompetenzen entwickelt und selbstbewusster wird. Zudem führt mehr Verantwortung dazu, dass der Mitarbeiter den Status quo hinterfragt und neue Ideen einbringt.
3. Ehrliche WertschätzungDer Arbeitgeber sollte zeigen, dass er die harte Arbeit und den Einsatz seiner Mitarbeiter schätzt. Dabei hat schon ein ehrliches Dankeschön nach einem erfolgreichen Projekt einen stark motivierenden Effekt. Wichtig ist: Es sollte ehrlich, direkt und umgehend sein.
4. Den Sinn spürenAuf lange Sicht sind für viele Menschen der Sinn und Zweck der Arbeit entscheidend. Der Arbeitgeber sollte daher den Wert der Arbeit betonen und regelmässig kommunizieren, welchen wertvollen Beitrag ein Mitarbeiter leistet. Dies vermittelt eine Sinnhaftigkeit im täglichen Tun.
Fairness und Respekt erlebenEine empfundene Ungerechtigkeit kann einen glücklichen Mitarbeiter demotivieren. Für mehr Fairness am Arbeitsplatz kann eine offene und transparente Kommunikation sorgen. Ebenso ist es wichtig, dass der Arbeitgeber die Mitarbeiter dazu ermuntert, sich an ihn zu wenden, wenn sie sich unfair behandelt fühlen. Vor allem aber beim Gehalt zählt Fairness mehr als alles andere. Der Arbeitgeber sollte daher die Löhne regelmässig mit dem Marktniveau abgleichen.
6. Ein positives ArbeitsklimaVorgesetzte sollten gute soziale Beziehungen fördern - zum Beispiel mit Hilfe von Teambuilding-Events oder indem sie bei Projekten Teams zusammenstellen, die in der Konstellation noch nie miteinander gearbeitet haben. Denn: Je besser sich Mitarbeiter untereinander und mit dem Chef verstehen, umso glücklicher arbeiten sie. Bilder: Pixabay
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Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver und innovativer und sind dem Arbeitgeber länger treu. Der Vorgesetzte kann dabei die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter direkt beeinflussen und fördern. Dafür sollte er diese sechs Faktoren in seinen Führungsstil einbauen*:Quelle: Studie Work Happy des Personaldienstleisters Robert Half RMS

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Unternehmen, die ihre Mitarbeiter glücklich machen, haben handfeste Vorteile. Denn Fakt ist: Glückliche Menschen setzen sich nachhaltig für ihre Firma ein - ergo, die Geschäfte laufen besser.
Tatsächlich zeichnet zufriedene Mitarbeiter einiges aus: Sie sind produktiver und innovativer sowie dem Arbeitgeber länger treu. Dies ist insofern von Bedeutung, weil so das Wissen im Unternehmen bleibt und aufwendige Einstellungsprozesse entfallen oder sich zumindest reduzieren. Darüber hinaus sind sie motiviert und strahlen ein positives Bild nach aussen aus, was wiederum den Ruf des Unternehmens stärkt.
Wer aber ist dafür verantwortlich, dass die Mitarbeiter zufrieden sind? Und wer ist überhaupt am glücklichsten von allen?

Marketing- und Kreativbereich am glücklichsten

Dieser Frage ist die Studie des Personaldienstleisters Robert Half nachgegangen, an der über 23'000 Angestellte in acht Ländern teilgenommen haben. Das Ergebnis: Vor allem Stolz, Fairness und Respekt sowie Wertschätzung sind entscheidende Faktoren, die Arbeitnehmer weltweit glücklich in ihrem Job machen.
Das Gute daran: Der Vorgesetzte hat darauf einen direkten Einfluss - mit seinem Führungsstil (siehe Bildergalerie oben).
Vor allem im Marketing- und Kreativbereich scheinen die Vorgesetzte dies verinnerlicht zu haben. Denn hier arbeiten laut Studie die glücklichsten Mitarbeiter. Diese sind ihrer Firma durchschnittlich weniger als ein Jahr oder sechs bis zehn Jahre treu, in einer leitenden Funktion tätig, zwischen 18 und 34 Jahre alt und in kleinen Unternehmen mit ein bis neun Mitarbeitern beschäftigt.

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Nachgefragt, wer für ihre Zufriedenheit im Job verantwortlich ist, sagte fast ein Drittel sie selbst. 43 Prozent hingegen sehen beide in der Pflicht - Mitarbeiter und Unternehmen.
Was die grössten Irrtümer und Missverständnisse rund ums Büro sind, sehen Sie in der Bildergalerie unten:
Beim Thema Arbeitsplatz und Büro halten sich viele Irrtürmer und Missverständnisse hartnäckig. Welche das sind und warum sie nicht stimmen*: *Quelle: «Die 20 hartnäckigsten Missverständnisse und Irrtümer zu Büroarbeitswelten» von Lukas Windlinger, Jennifer Konkol, Marcel Janser, Fabienne Schanné, Stefanie Lange, Ying Ying Cui, Zürcher Hochschule für Angewandte WissenschaftenBilder: Pixabay/Keystone
1. Grossraumbüros sind schlecht und gesundheitsgefährdendAus Sicht der Wissenschaft gibt es keine soliden Befunde, dass Grossraumbüros für die Gesundheit schlechter sind als andere Büroformen, denn es gibt gute und schlechte Büros. Gute Grossraumbüros zeichnen sich etwa durch ein breites Angebot an gemeinsam genutzten Flächen aus, die für Rückzug, Meetings etc. genutzt werden können. Entscheidend ist also nicht die Bürogrösse, sondern der Umgang mit Störungen, Privatsphäre etc.
2. Mitarbeiter in die Planung einzubeziehen ist teuer, dauert lang und resultiert in einem WunschkonzertMitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu äussern, trägt wesentlich zur Offenheit für die Veränderung bei. Dies ist auch mit geringem Aufwand möglich, indem man etwa ihr Feedback einholt oder sie bei den Möbeln mitbestimmen lässt. Erfahrungen zeigen dabei, dass ihre Vorschläge meist sehr vernünftig sind. Wichtig nur ist, dass keine falschen Erwartungen geweckt werden.
3. Mitarbeiter, die sich beklagen sind MimosenMitarbeiter, die Beschwerden melden, die sich mit Geräten nicht messen lassen, sind keine Mimosen. Vielmehr sind die Messkonzepte unreif. Denn nicht jede Beschwerde lässt sich objektiv erfassen: Wie Mitarbeiter ihre Umgebung wahrnehmen, ist für deren Komfort und Leistung relevanter, als die meisten mit Geräten erfassten Kennwerte. Zudem ist die Wichtigkeit eines Faktors für den Komfort und die Leistung individuell unterschiedlich.
4. Gute Möbel machen ein gutes BüroBei der Möbilierung von Büroräumen sind ergonomische Empfehlungen zwar notwendig, aber nicht hinreichend für eine hohe Qualität. Vielmehr ist die Gestaltung und Qualität der unmittelbaren Umgebung wichtig und hat einen Einfluss auf die Gesamtbewertung der Arbeitsumgebung. Die Möbilierung ist jedoch nur ein Aspekt unter vielen, die aufeinander abgestimmt werden müssen.
Die unbezahlte Arbeit war 2017 408 Milliarden Franken wert.
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7. Je mehr Automation, desto geringer der Energieverbrauch und desto besser die InnenraumbedingungenIn der Praxis ist Gebäudeautomation sowohl für den Komfort als auch den Energieverbrauch häufig kontraproduktiv. Schlecht platzierte Sensoren können eine Ursache sein. Zudem ist für Mitarbeiter die Kontrolle über die eigene Arbeitsplatzumgebung sehr wichtig. Denn je höher das Ausmass der Kontrolle ist, umso eher kann der Arbeitsplatz den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.
8. Pflanzen im Büro sind teuer und bringen nichtsPflanzen in Büros werden oft aus Kostengründen abgelehnt. Dabei belegen wissenschaftliche Befunde, dass Pflanzen eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Arbeitsleistung der Mitarbeiter haben.
9. Die Generation Y ist ganz anders und will ganz anders arbeitenDurch prägende kollektive Ereignisse für bestimmte Geburtsperioden werden wir in Generationen unterteilt. Diese Einteilung ist schwierig, da sozio-ökonomische, politische und kulturelle Prozesse eher evolutionär als sprunghaft verlaufen. Studien zeigen dabei, dass Generationsunterschiede sehr klein sind. Es gibt kaum wissenschaftliche Evidenz zum Zusammenhang zwischen Generationen und Wahrnehmung und Bewertung von Büros.
10. Ins Büro kommt man um zu arbeiten, nicht um Pausen zu machen oder um zu schlafenSchon lange ist bekannt, dass Pausen für die Aufrechterhaltung der Leistung elementar sind. Dabei sind häufige Kurzpausen günstiger als wenige längere Pausen. Zudem zeigen Forschungsbefunde, dass Powernapping im Büro positive Wirkungen auf Erholung und Arbeitsleistung hat. Die ideale Dauer von Schlafpausen liegt bei 10 bis 30 Minuten und erfordert eine entsprechende Umgebung.
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Beim Thema Arbeitsplatz und Büro halten sich viele Irrtürmer und Missverständnisse hartnäckig. Welche das sind und warum sie nicht stimmen*: *Quelle: «Die 20 hartnäckigsten Missverständnisse und Irrtümer zu Büroarbeitswelten» von Lukas Windlinger, Jennifer Konkol, Marcel Janser, Fabienne Schanné, Stefanie Lange, Ying Ying Cui, Zürcher Hochschule für Angewandte WissenschaftenBilder: Pixabay/Keystone RMS

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