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Gesundheit

Pokémon Go: Wie die Monsterjagd fit macht

Pokémon Go ist das erfolgreichste Smartphone-Game aller Zeiten - und zugleich eine heimliche Fitness App. Denn Fans legen bei der modernen Schnitzeljagd gut Strecke zurück, wie eine Auswertung zeigt.

Cynthia Castritius

Das «Pokémon Go» Handyspiel bringt Sportmuffel auf Trab: Plötzlich laufen Gamer und Couch-Potatoes durch die Gegend und suchen in ihrer realen Umgebung virtuelle Monster.

Zusammenstellung: Bauchweg.net
Das Smartphone zeigt auf einer virtuellen Karte, wo sich in der echten Welt ein Pokémon aufhält. Dabei bevorzugen verschiedene Pokémons unterschiedliche Aufenthaltsorte.
Pflanzenpokémon wie Bisasam finden die Spieler auf Bauernhöfen, in Gärten, sogar auf Golfplätzen. Auch in Parks, im Wald und in Naturschutzgebieten halten sie sich auf.
Die Pokémon des Typs «normal» sind vor allem von Schülern und Studenten leicht aufzuspüren. Denn Evoli, Mauzi und Rattfratz (v. l.) halten sich bevorzugt in Hochschulen, Schulen und Bibliotheken auf. Auch auf Hauptstrassen und Gehwegen können sie eingefangen werden.
Begeisterte Pokémon-Fans brauchen natürlich das Elektro-Monster Pikachu (l.) in ihrer Sammlung. Ebenso wie Voltobal (M.) sucht man es am besten in der Nähe von Gewerbeparks.
Eigentlich logisch, dass Wasserpokémon wie Goldini, Krabby und Karpador (v. l.) die Wassernähe lieben. Wer sie fangen möchte, schaut am besten an den nächsten Docks, Flussufern, Hafenbecken und Seen.
Feuerpokémon wie Fukano und Glumanda (v. l.) muss man nicht in der Nähe von Vulkanen oder bei offenem Feuer suchen. Sie fühlen sich auch in Wohngebieten pudelwohl.
Taubsi (l.) und Habitak sind Flug-Pokémon. Wer sie fangen will, sollte sich zu Bauernhöfen, Parks, und Naturschutzgebieten und Spielplätzen begeben. Mit etwas Glück begegnen sie einem auch im heimischen Garten.
Wer sich bei der Pokémon-Jagd in Moore oder Sümpfe traut, hat gute Chancen, dort auf Gift-Typen wie Rettan, Golbat und Nidoking (v. l.) zu treffen. Weshalb sich Rettan aber auf dem Bild ins Museum geschlichen hat, bleibt ungeklärt...
Käfer-Pokémon finden die Spieler der Handy-App an denselben Orten wie die Flug-Monster: Auf Bauernhöfen, in Gärten, Parks oder auf Spielplätzen. Im Bild zu sehen sind Paras, Hornliu und Bluzuk (v. l.).
Pokémons des Typen Fee, Eis und Psycho mögen besonders ausgefallene Orte: Pixie (l.) findet man auf Friedhöfen, bei Kirchen und Sehenswürdigkeiten. Rossana (M.), ist als Eispokémon gerne im Gras oder bei Gletschern unterwegs und Psycho-Monster Traumato kann einem im Krankenhaus vors Handy geraten. Einen Überblick über Aufenhaltsorte von Pokémons bietet übrigens die Karte des Spiels 
Ingress.
CC/Screenshots
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Das «Pokémon Go» Handyspiel bringt Sportmuffel auf Trab: Plötzlich laufen Gamer und Couch-Potatoes durch die Gegend und suchen in ihrer realen Umgebung virtuelle Monster. Zusammenstellung: Bauchweg.net RMS

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Apps zum Fitwerden gibt es wie Sand am Meer. Ausgerechnet Pokémon Go schafft es nun, Millionen von Menschen zu mehr Bewegung zu motivieren. Ein Handy-Game wird also zum effizienten Fitnesstrainer. Denn frei nach dem Motto «Weg von der Couch» müssen die Nutzer raus aus den eigenen vier Wänden und ins Freie, um die Pokémon aufzuspüren und einzufangen.
Das Handy zeigt auf einer virtuellen Karte, wo sich die Pokémon in der realen Welt verstecken. Zu diesen Orten muss der Spieler zu Fuss oder mit dem Fahrrad gelangen. Für einige Aktionen – das im Spiel wichtige Ausbrüten von Eiern – werden sogar Distanzen vorgeschrieben. Zwischen zwei und zehn Kilometern muss der Spieler zurücklegen. Wer mit dem Auto fährt, bei dem zählt die Entfernung nicht: Die App registriert, wenn sich der Nutzer schneller als 20 Kilometer pro Stunde fortbewegt.

Virtuelle Jagd steigert realen Kalorienverbrauch

Die Jagd nach den virtuellen Pokémons schlägt sich also real im Kalorienverbrauch der Gamer nieder. Fitnesstracker-Hersteller Jawbone hat das Sportplus einmal statistisch ausgewertet und festgestellt, dass Pokémon-Spieler knapp 63 Prozent mehr Schritte an einem Wochenende machen als vor dem Start der Spiels.
Pokémon-Go-Fans legen gut Strecke zurück, da sich die virtuellen Pokémons an so unterschiedlichen Orten versteckt sind. Unsere Bildergalerie oben zeigt, wo sie welche Pokémons am besten finden. Die Handy-App entwickelt sich damit quasi als Nebeneffekt zum Konkurrenten von Fitness-Tracking-Apps wie Runtastic. Selbst Sportmuffel werden buchstäblich spielerisch zu mehr Bewegung an der frischen Luft animiert. Das Spiel wird nicht als Muss empfunden oder mit Schwitzen im Fitnesscenter assoziiert, da der Spassfaktor und die Sammelleidenschaft im Vordergrund stehen. Zahlreiche Pokémons-Fans jubeln bei Twitter über die bewältigten Strecken:

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60km + 1,5kg weniger in 1 1/2 Wochen. Beste Fitness App der Welt. #PokemonGO
— Christina (@ElbenherzArt)
Pokémon Go ist das erfolgreichste Smartphone-Game aller Zeiten. In den USA hat das Spiel aktuell mehr tägliche Nutzer als Twitter, nämlich über 20 Millionen. Entwickler Nintendo hat seinen Börsenwert seit dem Start des Spiels verdoppelt, auch wenn der Kurs zuletzt wieder nachgab. In den USA verbringen die Nutzer inzwischen mehr Zeit (33 Minuten im Durchschnitt) mit Pokémon Go als auf Facebook (22 Minuten). In der Schweiz ist das Spiel seit dem 13. Juli erhältlich.

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