2. Die Notenbank wird es richten
Die gefasste Reaktion an den Börsen erklärt sich auch mit der Rolle der Europäischen Zentralbank: Seit zwei Jahren unternimmt die EZB nach den Worten ihres Chefs Mario Draghi «alles Notwendige», um den Euro zu erhalten. Anleger erwarten,
dass die EZB zur Stelle ist, falls sich die wirtschaftlichen Probleme in Italien zuspitzen.
«Seit der Finanzkrise vertrauen Anleger darauf, dass die Notenbanken nach solchen Ereignissen helfend eingreifen», sagt Panagiotis Spiliopoulos, Leiter Research bei der Bank Vontobel. Nach dem Brexit hätten sie mit Unterstützung der Bank of England gerechnet, nach der Wahl von Donald Trump mit Rückendeckung der US-Notenbank Fed. «Jetzt richtet sich der Blick auf die Europäische Zentralbank», so Spiliopoulos.
Die EZB hat am Donnerstag ihr Anleihen-Kaufprogramm um weitere sechs Monate bis zum Herbst 2017 verlängert. Seit März 2015 kauft die Notenbank monatlich Wertpapiere auf, derzeit im Umfang von 80 Milliarden Euro. Die Bank of England hat nach dem Brexit ebenfalls gehandelt.