Diese drei Öl-Aktien werden von Experten empfohlen
Die Entwicklung des Ölpreises gleicht einer Berg- und Talfahrt. Doch in den Führungsetagen grosser Ölkonzerne herrscht Optimismus. Welche Ölmultis gut gerüstet in die Zukunft gehen.
Annika Janssen
Ölpumpe: Die Ölmultis sind gut aufgestellt. Keystone RMS
Die Entwicklung des Ölpreises lässt wahrlich keine Langeweile aufkommen. Sie gleicht einer Berg- und Talfahrt. Im Jahr 2014 kostete ein Fass Rohöl der Sorte Brent mehr als 100 US-Dollar, im Jahr 2015 sank der Preis dann zeitweise auf unter 30 US-Dollar pro Fass.
Anfang vergangenen Jahres ging es allmählich wieder bergauf, der Preis pendelte sich schliesslich zwischen 55 und 57 US-Dollar pro Fass ein. In den vergangenen vier Wochen ist der Preis nun wieder um 10 Prozent gesunken. Noch mehr ging es bei der Sorte WTI abwärts.
Konsumenten freuen sich
Während Konsumenten an der Zapfsäule sich in den vergangenen Jahren über niedrige Benzinpreise freuen konnten, hatten Energie- und Rohstoffunternehmen unter dem Preisverfall des «schwarzen Goldes» zu leiden.
Kein Wunder, dass der plötzliche Absturz für ein «Schockerlebnis» bei Ölaktionären sorgte, wie es das Analysehaus Sentix formuliert. Investoren sollten sich jedoch nicht entmutigen lassen.
Trendwende erkennbar
Marktbeobachter erkennen trotz der jüngsten Entwicklungen Anzeichen für eine Trendwende im Energiesektor, die auch die Aktienkurse einiger Unternehmen wieder nach oben treiben dürfte. Anleger könnten den Kursrutsch bei wichtigen Ölkonzernen deshalb zum Einstieg nutzen, empfehlen Analysten.
Grund für den Preisverfall der vergangenen Jahre war vor allem ein Überangebot an Öl, verursacht durch neue Fördermethoden und immer neue Akteure am Markt. Auch der neueste Preisverfall wurde von neuen Daten über hohe Lagerbestände in Amerika und hohe Fördermengen in Saudi-Arabien ausgelöst.
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Opec-Länder drosseln Produktion
Andererseits versucht die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) seit geraumer Zeit, die Ölforderung weltweit zu drosseln. Angebot und Nachfrage sollten sich also allmählich wieder einpendeln. In den Führungsetagen grosser Ölkonzerne herrscht Optimismus – auch deshalb gehen Analysten von einer langfristigen Erholung der Branche aus.
Noch sind nicht alle Unternehmen über den Berg. Einige werden in den kommenden Jahren kämpfen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer in Ölaktien investieren will, sollte deshalb vor dem Kauf genau hinschauen.
Hohe Dividendenrendite bei Shell
Analysten finden derzeit vor allem die Aktie von Royal Dutch Shell attraktiv: Der niederländisch-britische Konzern gehört zu den grössten Mineralöl- und Erdgasunternehmen der Welt. Martijn Rats, Analyst der US-Investmentbank Morgan Stanley, rät zum Kauf der Aktie.
Er rechnet damit, dass die wichtigsten europäischen Ölkonzerne ihre Zuflüsse von Zahlungsmitteln mittelfristig stärker anheben dürften als erwartet – so auch Shell. «Damit dürften sämtliche Dividendenzahlungen bis in die Jahre 2018/2019 abgesichert sein», sagt Rats. Der Konzern lockt Aktionäre mit einer Dividendenrendite von fast sieben Prozent.
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Die Aktie von BP ist attraktiv
Der Valor des britischen Ölkonzerns BP ist aus Sicht von Morgan Stanley ebenfalls attraktiv. Die Investmentbank Goldman Sachs rät zum Kauf der Total-Aktie. Auch diese Titel haben in den vergangenen Tagen Kursverluste hinnehmen müssen, sind aber grundsätzlich gut aufgestellt und haben aus der Krise gefunden, heisst es von den Banken.
Gleiches gilt für den norwegischen Ölkonzern Statoil, das US-Ölunternehmen Chevron sowie für den US-Mineralölkonzern ExxonMobil. Selbst wenn der Ölpreis langfristig nicht wieder alte Höhen erreicht, gelten diese Ölmultis als gut gerüstet für die Zukunft.
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Das UBS Wealth Management blickt in die Zukunft und hat zehn Ideen zusammengestellt, wie Anleger 2017 ihr Geld am besten investieren sollten.1. US-AktienDie US-Unternehmensgewinne dürften 2017 um 8 Prozent steigen, unterstützt von der Stabilisierung der Ölpreise, der expansiven Geldpolitik und potenziellen fiskalischen Impulsen der Regierung Trump.RMS2. SchwellenländeraktienEin schwächerer US-Dollar, die niedrigen Zinssätze in den Industrieländern sowie die Stabilisierung des BIP-Wachstums und der Rohstoffpreise dürften den Schwellenländer-Aktien im nächsten Jahr weiterhin zugutekommen.RMS3. Korb von SchwellenländerwährungenDurch die niedrigen Zinssätze in den Industrieländern sind hoch rentable Schwellenländerwährungen (Real, Rupie, Rubel und Rand) attraktiv im Vergleich zu wachstumssensitiven Industrieländerwährungen (australischer Dollar, kanadischer Dollar, schwedische Krone).RMS4. Real Estate Investment Trusts (REITs) in der Region Asien/PazifikSolche dürften auch von den niedrigen Zinssätzen in den Industrieländern profitieren. Die Renditen gegenüber Staatsanleihen sind im Vergleich zum globalen Durchschnitt attraktiv.RMS5. Dividenden und AktienrückkäufeAngesichts der extrem niedrigen Renditen in der Eurozone, Japan und der Schweiz haben Unternehmen, die in diesen Regionen zuverlässige Erträge bieten, an Attraktivität gewonnen.RMS6. US-amerikanische Senior LoansSenior Loans bieten einen Renditeaufschlag von 4 Prozent gegenüber Investment Grade-Unternehmensanleihen mit kurzen Laufzeiten. Das ist attraktiv, selbst wenn die Ausfallquoten bis auf die langfristigen Durchschnitte steigen.RMS7. Inflationsindexierte US-Staatsanleihen (TIPS)Das UBS CIO erwartet, dass TIPS vom stärkeren Lohnwachstum, der Stabilisierung der Ölpreise, potenziellen fiskalischen Impulsen und einem schwächeren US-Dollar profitieren werden.RMS8. Palladium und PlatinDie Zunahme der industriellen Aktivität, die politische Unsicherheit und die sinkenden Realzinsen dürften die beiden Edelmetalle im Jahr 2017 stützen.Global Panorama/CC/flickrRMS9. Alternative AnlagenDie Erträge der traditionellen Anlageklassen dürften im Jahr 2017 moderat ausfallen. Unkorrelierte Engagements über Hedge Funds, private Märkte und kurzfristige Anlagemöglichkeiten werden wertvoller sein denn je.Bilder: KeystoneRMS10. Erstklassige Anleihen verkaufenDie Renditen sind vernachlässigbar niedrig und die Risiken nehmen zu. Die Anleger könnten darüber nachdenken, einige der Absicherungsmerkmale dieser Anlageklasse mit anderen Ansätzen nachzubilden, wie systematischen Absicherungs- und Allokationsstrategien.Brandie Heinel/CC/flickrQuelle: UBS Wealth ManagementRMS