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Blockchain 
Ein Hedge Fund für 42 Franken

reto trinkler
Melonport-Mitgründer: Chefprogrammierer Reto Trinkler (rechts, 27) ermöglicht innert zwei Minuten die Gründung eines Hedge Funds. 2,5 Mio. Franken hat Melonport vor einem Jahr binnen zehn Minuten bei einem Tokenverkauf eingenommen. Quelle: Keystone .

Das Zuger Start-up Melonport erfindet mit einer Hedge-Fund-Plattform eine veraltete Industrie neu. Seit Ende Februar darf jeder in der Hochfinanz mitspielen. 

Erich Gerbl
Von Erich Gerbl
03.03.2018

Wer schon immer einen Hedge Fund gründen wollte, kann das ab Ende Februar mit minimalem Geld- und Zeitaufwand tun. Den Einstieg in die Hochfinanz ermöglicht das Zuger Start-up Melonport. «Ende Februar gehen wir mit unserer Plattform live und erfinden eine 40 Jahre alte Technologie neu», sagt Reto Trinkler, Mitgründer von Melonport und einer der führenden Blockchain-Experten der Schweiz. 

Bisher dauerte die Gründung eines Hedge Fund Monate und verursachte Kosten in Millionenhöhe. Mit Hilfe der Blockchain-Technologie von Melonport lässt sich ein solcher Fonds in zwei Minuten auf den Markt bringen, und das für 42 Franken. Selbst die bescheidene Summe geht nicht an Melonport, sondern als Transaktionsgebühren an Ethereum.

Melonport hat ihre Plattform in den vergangenen Wochen mit Hilfe eines Wettbewerbes getestet. Mehr als 700 Teilnehmer versuchten sich spielerisch – ohne echten Einsatz von Kryptowährungen – als Fondsmanager. 

Wie einfach ein Hedge Fund aus Kryptowährungen über die dezentrale Blockchain installiert und gemanagt werden kann, bewies eine irische Primarschule. Die Gortskehy National School hat es mit zwei Fonds unter die besten 100 geschafft. 

Was so ein Krypto-Hedge-Fund in kurzer Zeit erreichen kann, zeigt der Gewinner mit dem Codenamen «Abacus»: Er konnte den Einsatz in knapp drei Wochen verneunfachen.

Das System soll nicht nur schnell und kostengünstig, sondern auch besonders sicher sein. «Keine Bank, keine Regierung muss für die Gelder bürgen. Die Blockchain kontrolliert sich über ihre Mitglieder selbst», sagt Trinkler. Mit der Geheimniskrämerei manches Hedge Funds ist es vorbei. Sämtliche Transaktionen sind in der Blockchain transparent. 

Bei professionellen Geldmanagern stösst die Technologie offenbar auf grosses Interesse. Wöchentlich sollen Trinkler und die ehemalige Goldman-Sachs-Traderin Mona El Isa mit Dutzenden von Anfragen von Hedge Funds und anderen Finanzakteuren konfrontiert sein. 

Ein Sozialprojekt ist Melonport trotz der Gratisdienstleistung nicht. Das im Sommer 2016 von Trinkler und El Isa gegründete Unternehmen partizipiert am Erfolg der Plattform mittels der eigenen Kryptowährung Melon. Vor einem Jahr wurden 599 500 Tokens innerhalb von zehn Minuten verkauft und brachten Einnahmen von 2,5 Millionen Franken. Je stärker die Plattform frequentiert wird, desto grösser ist die Nachfrage nach den Tokens.

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