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Börse 
Der SMI und seine umstrittenen Aufnahmekriterien

Urs Rüegsegger
Urs Rüegsegger: Der SIX-Group-CEO ist der Herr über den Schweizer Leitindex. Quelle: Keystone

Die Partners Group kritisiert die SMI-Aufnahmekriterien. Würde die SIX alternative Plattformen einbeziehen, sähe der Index anders aus.

Erich Gerbl
Von Erich Gerbl
22.12.2017
Die Mitgliedschaft im Schweizer Blue-Chip-Index SMI ist für ein Schweizer Unternehmen der Ritterschlag. Aber es geht nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern um viel Geld. Wird eine Aktie in den Leitindex aufgenommen, müssen aktive und vor allem passive Fonds das Wertpapier im grossen Stil kaufen. Mit der Nachfrage steigt der Kurs, und das oft beträchtlich. Obwohl die Anforderungen für eine SMI-Mitgliedschaft bis ins Detail geregelt sind, gibt es unter der Hand Kritik.
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Während die Marktkapitalisierung als Aufnahmekriterium unumstritten scheint, haben offenbar einige Marktteilnehmer mit der Berechnung des Handelsumsatzes ein Problem. Für die SIX ist für die Indexaufnahme einzig der Handel an der eigenen Börse relevant. «Aber das Handelsvolumen an der SIX spiegelt das Gesamtvolumen einer gehandelten Aktie nicht umfassend», sagt Philip Sauer, Co-Head Group Finance und Corporate Development bei der Partners Group. Hintergrund ist die zunehmende Verbreitung von alternativen Handelsplattformen. Bei der Anzahl der Trades haben Plattformen wie Bats, Chi-X oder Turquoise die SIX bereits überholt.

Partners Group kommt noch nicht hinein

Sauer: «Man sollte unbedingt eine Diskussion über den Einbezug von anderen Handelsplätzen bei der Indexbestimmung führen. Wir sind mit dem Thema der Gesamtdarstellung auf die SIX zugegangen.» Laut SIX gebe es keine offiziellen Anfragen. Sonst würde man dieses Thema in der Index-Kommission diskutieren.
Peter Wuffli
Die von Peter Wuffli geleitete Partners Group ist gross genug, kommt aber noch nicht in den exklusiven Club hinein.
Quelle: ZVG

Dass sich die Partners Group für eine Anpassung starkmacht, kommt nicht von ungefähr. «Partners Group liegt betreffend Marktkapitalisierung im SMI», weiss SIX-Sprecher Stephan Meier. Partners Group würde mit einer Marktkapitalisierung von knapp 18 Milliarden Franken sogar Firmen wie Adecco, Julius Bär oder Swiss Life auf die Plätze verweisen. Lediglich beim Handelsumsatz an der SIX hinken die Zuger hinterher. In den vergangenen zwölf Monaten wechselten an der SIX täglich 51'000 Partners-Group-Titel den Besitzer. An allen Handelsplätzen zusammen waren es mehr als doppelt so viele. Würden die einbezogen, wären die Zuger wohl im SMI.