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Kryptowährung 
«Bitcoin hat Potenzial bis 100'000 Dollar»

Die Zukunft von Blockchains ist noch auf Jahre hinaus offen.
Der dramatische Wertzuwachs von Bitcoin hat viele ins Grübeln gebracht.Quelle: Fotolia

Olga Feldmeier sagt für dieses Jahr 5000 ICOs und haussierende Kryptowährungen voraus.

Erich Gerbl
Von Erich Gerbl
18.05.2018

Frau Feldmeier, seit die Bitcoin-Blase geplatzt ist, scheint sich niemand mehr für digitale Währungen zu interessieren. In den vergangenen Monaten brach die globale Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen von 800 auf bis zu 300 Milliarden Dollar ein. Ist der Hype endgültig vorbei?
Nein, solche Schwankungen sind in dieser Anlageklasse völlig normal. Vor einem Jahr waren sämtliche Cryptocoins nur 25 Milliarden wert. Trotz dem jüngsten Rückgang entspricht das immer noch einer Verzehnfachung innerhalb von einem Jahr. Also eigentlich kein Grund, enttäuscht zu sein.

Die Bitcoin-Blase ist geplatzt. Glauben Sie noch an ein Comeback der digitalen Leitwährung?
Auf jeden Fall. Bitcoin hat das Potenzial, auf 100 000 Dollar zu steigen.

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Wie bitte? In welchem Zeitraum?
Wahrscheinlich in den nächsten zwei Jahren. Bitcoin ist die etablierteste und sicherste Digitalwährung. Bitcoin kann sich zur Reservewährung entwickeln.

Olga Feldmeier ist CEO und Gründerin von Smart Valor. Die Blockchainund ICO-Expertin ist daran, einen dezentralisierten Handelsplatz für tokenisierte Assets aufzubauen. 2017 erschien sie auf der BILANZ-Liste der 100 Digital Shapers der Schweiz. Ihre Karriere begann Olga Feldmeier als Strategieberaterin bei der Boston Consulting Group in München. Es folgten mehrere Jahre als Führungskraft bei der UBS und Barclays Capital.

Olga Feldmeier

Viel kritisiert sind die Initial Coin Offerings. Manche Staaten haben ICOs verboten, andere stark reguliert. Ist dieser Boom Geschichte?
Nein, ganz im Gegenteil. Im Vorjahr gab es rund 1000 ICOs, 2018 könnten es 4000 bis 5000 sein. In diesem Jahr wurde bisher bereits mehr «geraist» als im gesamten letzten Jahr, über fünf Milliarden Dollar. Inzwischen sind ICOs viel wichtiger als Venture Capital. Start-ups fragen sich, warum sie sich mit Venture Capital abmühen sollen, wenn sie Geld mit einem ICO viel einfacher und langfristiger aufnehmen können.

Interessieren sich auch «normale» Unternehmen für ICOs?
Zunehmend sehen wir ICOs von Firmen, die nichts mit der Blockchain oder gar nichts mehr mit Technologie zu tun haben. Es geht in Richtung Equity Token als eine Art Anteilsschein oder Aktie. Wir befinden uns erst am Anfang. ICOs werden in Zukunft die Rolle von IPOs, den klassischen Börsengängen, einnehmen.

Gleichzeitig wird die Qualität vieler ICOs kritisiert. Zu Unrecht?
Im Vorjahr waren zwei Drittel der Geschäftsmodelle nicht glaubwürdig. Aber durch den Wettbewerb hat sich die Qualität gesteigert. Es ist nicht mehr so leicht, mit einer vagen Geschäftsidee Geld aufzunehmen. Die Schweiz entwickelt sich zum Marktplatz für qualitativ hochwertige ICOs.