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Wolkenkratzer 
Aufzugsbauer profitieren von Turboliften

Shanghai
Shanghai: Die Skyline der chinesischen Stadt ist weltbekannt.Quelle: Wangwukong/Getty Images

Superschnelle Aufzüge sind ein umsatzstarkes Geschäft für Liftbauer wie Schindler. Thyssenkrupp richtet eigens einen Testturm ein.

Veröffentlicht 27.03.2018

Der Lifthersteller Thyssenkrupp hat letzten Freitag einen 248 Meter hohen Turm in Südchina eingeweiht. Das riesige Gebäude steht aber nicht im Zentrum einer Millionenstadt, wo solche Wolkenkratzer üblicherweise gebaut werden.

Der Turm ragt auf dem Areal der Thyssenkrupp-Fabrik in Zhongshan City in die Höhe. Der Konzern hat das Gebäude errichtet, um superschnelle Aufzüge zu testen. Es sind Liftsysteme, die vor allem in Wolkenkratzern zum Einsatz kommen – den sogenannten Supertowers mit einer Höhe von über 250 Metern.

Rund um den Globus entstehen immer mehr solcher gigantischer Hochhäuser. 145 davon ragen über 300 Meter in die Höhe, 180 weitere 300-Meter-Türme sind in Bau. Die Aufträge für die Supertowers sind ein wichtiges Geschäft für die fünf grossen Lifthersteller Thyssenkrupp, Schindler, Otis, Kone und Mitsubishi Electric.

Aufzüge für Supertowers machen bereits rund 10 Prozent des Markts aus. Es sind lukrative Installationen, welche die Liftbauer allerdings vor grosse technische Herausforderungen stellen.

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Mit diesen Wolkenkratzern schmücken sich die Lifthersteller

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Rund um den Globus schiessen Wolkenkratzer in die Höhe. Für Lifthersteller wie Schindler sind diese Aufträge ein lukratives Geschäft. Die Luzerner liefern beispielsweise 40 Lifte für den grössten Wolkenkratzer Europas: Das 462 Meter hohe Lakhta Center in St. Petersburg soll noch dieses Jahr eröffnet werden.
Quelle: Peter Kovalev/Getty

Lifte verkehren seitwärts

Im neuen Turm von Thyssenkrupp jagen die Kabinen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 18 Metern pro Sekunde nach oben. Nach unten fahren die Kabinen übrigens wesentlich langsamer, weil das menschliche Ohr Sturzgeschwindigkeiten schlecht verträgt.

Mit einem Augenzwinkern verraten Ingenieure einen weiteren Grund: Wer eine schwache Blase hat, sollte eine Fahrt im hohen Tempo nach unten vermeiden. Thyssenkrupp testet im Turm auch seine Multi-Technologie: Die Aufzüge sind ohne Seile unterwegs und werden nur von Magnetfeldern angetrieben. Die zweite revolutionäre Eigenschaft von Multi: Die Kabinen verkehren sowohl horizontal wie vertikal.

Auch die anderen grossen Lifthersteller haben eigens für Supertowers neue Technologien entwickelt. Kone verwendet ein Seil aus Kohlefasern, «Ultrarope», dass leichter und widerstandfähiger als herkömmliche Stahlseile ist.

Der finnische Konzern will es im ein Kilometer hohen Jiddah-Tower verwenden, der bis 2020 in Saudi-Arabien errichtet wird und den Burj Khalifa als höchstes Gebäude der Welt ablösen wird. Mitsubishi Electric wiederum hat eine ultraschnelle Technologie patentiert: Mit «NexWay» sind Kabinen mit bis zu 73,8 Kilometer pro Stunde unterwegs.

China dominiert den Markt

Wie Thyssenkrupp haben auch Schindler, Otis und Kone Testtürme in China gebaut. Der Standort ist kein Zufall. China ist für die Lifthersteller der mit Abstand wichtigste Markt, zwei Drittel aller neuen Lifte werden heute nach Schätzungen von Reuters dort installiert. Schindler alleine beschäftigt rund 10'000 Mitarbeiter in der Volksrepublik.