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Welche Aktien sich aktuell lohnen – und welche nicht

Stadler Rail, Partners Group und Airbus bleiben alle auf Wachstumskurs. Anders bei Boeing: Die Aktie verliert weiter an Wert.

Frank Goldfinger

SCHWEIZ STADLER RAIL PETER SPUHLER THOMAS AHLBURG

Auf der Erfolgsspur: Peter Spuhler (r.), Präsident von Stadler Rail, und CEO Thomas Ahlburg freuen sich an vollen Auftragsbüchern.

Keystone

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail gehört zu den Vorzeigefirmen unserer Industrie. Der seit zwei Jahren von Thomas Ahlburg (50) geführte Konzern verfügt global über eine hohe Reputation, gilt als innovationsstark, ist als Arbeitgeber beliebt und erfreut sich eines enormen Wachstums. Die Auftragsbücher sind proppenvoll; Mitte 2019 stellte sich der Bestand auf 14,4 Milliarden Franken, das gut Vierfache des geschätzten Umsatzes. Dieser dürfte 2019 um etwa zwei Drittel gestiegen sein. Inzwischen sind weitere Grossaufträge am Hauptsitz in Bussnang TG eingetroffen.

Der Architekt dieses Erfolgs ist Peter Spuhler (61). Innerhalb von 30 Jahren baute er die Firma zu einem international tätigen Konzern auf. Im April 2019 brachte Spuhler sein Unternehmen an die Börse. Als VR-Präsident und Hauptaktionär hält er weiterhin die Zügel in der Hand. Das IPO war ein Erfolg, die Aktien legten gegenüber dem Ausgabepreis bislang gut 20 Prozent zu. Dagegen hat der SPI in derselben Periode nur 15 Prozent zugelegt.

So imposant das rasante Umsatzwachstum ist, bei den Erträgen hapert es. Im ersten Semester stellte sich die Ebit-Marge auf dünne 4,2 Prozent, der Gewinn erreichte gerade mal 2,5 Umsatzprozente. Allerdings bringt das erste Halbjahr immer schwächere Resultate. Wie es ums Gesamtjahr bestellt ist, zeigt sich Anfang März. Mittelfristig will Stadler eine Ebit-Marge von acht bis neun Prozent erzielen. Die Analysten sind sich einig, dass mit dieser Prognose nicht zu hoch gegriffen wird. Das spricht für die Aktien. Diese sind zwar solide und mit einem für 2020 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,4 nicht überbewertet, doch zu Himmelsstürmern werden die Papiere nicht. Sie eignen sich für konservativ ausgerichtete Aktiendepots.

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Frank Goldfinger
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