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PK-Index: Geringe Erholung

Der BILANZ-Index zum Deckungsgrad der Pensionskassen in der Schweiz hat sich im Mai nur leicht erholt.

Hansjörg Ryser

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90,93 Prozent betrug der Deckungsgrad der Pensionskassen in der Schweiz Ende Mai. Das zeigt der Index von BILANZ und dem Westschweizer Beratungsunternehmen Lusenti Partners. Das Verhältnis des Anlagevermögens zu den Vorsorgeverpflichtungen hat sich damit gegenüber April, als der Index erstmals publiziert wurde, um rund 0,5 Prozentpunkte verbessert. Die trotz Börsenerholung weiterhin hohe Deckungslücke macht für den PK-Spezialisten Graziano Lusenti deutlich, wie schwierig die Gesundung der zweiten Säule nach dem Börsencrash wird.

Neu zeigt der Index im Internet auch den Deckungsgrad nach Grösse der Pensionskassen an. Am besten ist die Situation bei den kleinen Vorsorgestiftungen mit einem Volumen unter 100 Millionen Franken. Ihr Deckungsgrad erholte sich von 100,43 Prozent Ende April auf nunmehr 100,89 Prozent. Neben dem Gesamtindex wird zudem der Deckungsgrad der privatrechtlichen, der öffentlichrechtlichen sowie der Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen berechnet.

Dank den Kurserholungen an den Börsen verzeichneten Pensionskassen mit einem höheren Aktienanteil eine stärkere Erholung. Gemäss der Bank Pictet erzielten jene mit 60 Prozent Aktien eine Wertsteigerung von 1,7 Prozent, jene mit bloss 25 Prozent Aktien eine Wertsteigerung von lediglich 0,73 Prozent. Wie hoch die Rendite sein muss, um die Deckungslücke einer Pensionskasse zu beheben, zeigt folgendes Beispiel: Der Deckungsgrad beträgt 90 Prozent, die Mindestverzinsung 2 Prozent und die Kosten 0,8 Prozent. Bei einer Rendite von netto 4 Prozent pro Jahr dauert es ohne Sanierungsmassnahmen rund neun Jahre, bis eine Vorsorgeeinrichtung wieder eine ausgeglichene Bilanz aufweist.

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Die Berechnung des BILANZ-Index zum Deckungsgrad der Pensionskassen beruht auf einem technischen Zinssatz von 3,5 Prozent und liegt damit am unteren Rand der Bandbreite. Zudem wird eine Rendite gemäss dem BVG-Index der Bank Pictet mit einem Aktienanteil von 25 Prozent angenommen. Diese beläuft sich seit Jahresbeginn auf 2,76 Prozent. Die nach Vermögen gewichtete Schätzung des Index resultiert aus dem Swiss Institutional Survey von Lusenti Partners mit Daten von 107 Vorsorgeeinrichtungen, die per Ende 2008 ein Gesamtvermögen von 132,2 Milliarden Franken verwalteten.

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