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Die Mehrheit der Pensionierten hat heute über 60 Prozent des Einkommens eines Erwerbstätigen. Die Pensionskasse wird dabei zur immer wichtigeren Einkommensquelle.
Martin Wechsler
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Alter gleich Armut: Lange leitete dieses Dogma die schweizerische Sozialpolitik. 1980 setzte Willi Schweizers Studie zur wirtschaftlichen Lage der Rentner diesen Glaubenssatz ausser Kraft. Denn schon damals waren die Rentner wirtschaftlich stark. Seither hat sich ihre Lage weiter verbessert, wie eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) zeigt.
In den mittleren Einkommensschichten erhielt ein Rentner 1976 insgesamt 57 Prozent des Einkommens eines Erwerbstätigen. Bis 2003 stieg dieser Anteil auf 67 Prozent oder 52 100 Franken. Damit ist gemäss der BSV-Studie das verfassungsmässige Ziel der Altersvorsorge erreicht: Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) sowie die berufliche Vorsorge sollen zusammen 60 Prozent des Erwerbseinkommens ergeben. Der Medianwert (die Hälfte der Pensionierten ist darüber, die andere darunter) liegt gegenwärtig bei 60,9 Prozent. Vor allem der Ausbau der zweiten Säule hat die Einkommensverbesserung der Rentner bewirkt (siehe Grafik "Starker Ausbau"/PDF).
Künftig wird der Anteil der Pensionskassenrente am Alterseinkommen noch weiter steigen. Denn der Vollausbau der beruflichen Vorsorge wird erst 2025 vollzogen sein. Die künftigen Rentner können also zuversichtlich sein. Armut trifft heute wohl eher die Erwerbstätigen.
Studie: Philippe Wanner, Alexis Gabadinho: Die wirtschaftliche Situation von Erwerbstätigen und Personen im Ruhestand. BSV, Bern 2008.
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