Wie Ottmar Hitzfeld, der Trainer des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München, die vielen Fussball-Diven im Zaum hält und damit von Erfolg zu Erfolg eilt.
Dennoch die Frage: Reicht ein 20-Millionen-Budget, um den Anschluss an die europäische Spitze zu schaffen?
Es reicht ja nicht, einfach nur mitzuspielen. GC sollte Matchs gewinnen können.
Durch die Erweiterung von 24 auf 32 Teams wird es für Schweizer Mannschaften paradoxerweise schwieriger, an der Champions League teilzunehmen.
Das heisst konkret, dass das einsetzbare Kapital zum engsten Massstab für den Erfolg geworden ist?
Aber Dortmund und Bayern München zeigen doch mit ihren Spielerkäufen, dass sie auch mit den Dimensionen, die im Ausland möglich sind, mithalten können.
… so wie es Real Madrid mit dem Kauf des 20-jährigen Franzosen Nicolas Anelka oder Inter Mailand mit dem 73 Millionen Franken teuren Christian Vieri vorgemacht hat. Solche Spieler sind selbst für Bayern München unerschwinglich?
Was denken Sie grundsätzlich über die Entwicklung zu immer höheren Transfersummen und Spielerlöhnen?
Halten Sie diese riesigen Summen für sinnvoll?
Das Interessante in einer Liga ist ja, dass jeder jeden schlagen kann. Einige Vereine richten nun aber mit der grossen Kelle an, andere Klubs hingegen haben nur bescheidene finanzielle Möglichkeiten. Droht da nicht eine Zweiklassengesellschaft?
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Wie stellen Sie sich zu dem Deal von Dortmund, das der Ufa für 40 Millionen die Vermarktungsrechte überlassen hat?
Betrachten wir Bayern München als Unternehmen. Welche Funktionen üben Sie als Trainer des Vereins aus?
Als Trainer können Sie rasch ins Schussfeld der Medien und der Spieler geraten. Gerade Ihre Vorgänger als Trainer in München blieben davon nicht verschont. Seit Ihrer Ankunft in München scheint sich die Situation beruhigt zu haben. Wie haben Sie es geschafft, dass Sie auch Fussballdiven wie Lothar Matthäus, Mario Basler oder Stefan Effenberg unter Kontrolle haben?
Verfolgt man Ihre Trainerlaufbahn, zeichnet sich diese durch stetigen Erfolg aus. Mit den Spielern müssen Sie nur wenige Konflikte austragen - und wenn, dann von der Öffentlichkeit unbemerkt. Was machen Sie anders als andere Trainer?
Können Sie ein Beispiel geben?
In der Wirtschaft arbeitet man ja vielfach mit Anreizen, mit Incentives. Sie sprechen jetzt nur von Strafen und Bussen. Wie schaffen Sie für die Spieler Anreize?
Trotzdem wollen sie auch heute in erster Linie Fussball spielen. Wie erklären Sie einem Spieler, dass er nicht spielt?
Wie Firmen brauchen auch Fussballmannschaften eine Hierarchie. Wie sieht die optimale Mischung in einem Team aus?
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Wie entsteht die Hackordnung in einem Fussballteam?
Der legendäre Fussballtrainer Ernst Happel sagte einst, man müsse mit den Spielern gnadenlos und autoritär sein, dürfe ihnen keine Freiräume überlassen, sonst würden sie dies auf Kosten des Kollektivs ausnützen. Würden Sie diesen Spruch unterschreiben?
Sie spielen bei Bayern München eine Vielzahl von Rollen und sind Druck von allen Seiten ausgesetzt. In Ihrer Karriere als Spieler und noch mehr als Trainer waren Sie immer erfolgreich. Wo hört das auf?
Im Ernst, was kann man noch erreichen, wenn man mit Dortmund die Champions League gewinnt und insgesamt drei deutsche Meisterschaften?
Solange sie Spass haben, bleiben Sie Trainer?
Sie hatten nie eine Anwandlung und sagten sich, ich habe es doch nicht mehr nötig, rutscht mir doch den Buckel hinunter?
Haben Sie schon einmal daran gedacht, in die Schweiz zurückzukehren?
Schöner noch als das Jahr, als Sie mit Dortmund die Champions League gewannen?
Sie sind 1997 auch aus gesundheitlichen Gründen von Ihrem Trainerjob in Dortmund zurückgetreten und haben die Stelle als Sportdirektor der Borussia angenommen. Was war die Motivation für Ihr Comeback als Trainer von Bayern München, dem grössten Stressjob in der Bundesliga wohl überhaupt?
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Vergleichen wir den Job als Trainer bei Dortmund mit jenem bei Bayern München. Wie haben Sie sich als Person und Trainer in diesem Zwischenjahr verändert?