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Innovative Schweizer Berghotellerie

«All You Can Sleep» – Revier Hotels stellen ihr Flatrate-Modell neu auf

Die Schweizer Revier-Hotels bringen City-Hotellerie in die Berge. Jetzt denkt der Revier-Chef auch über Häuser in Städten nach. 

Andreas GüntertTina Fischer

<p>Aussicht aus der Revier Mountain Lodge Adelboden: Gäste schlafen hier quer zum Fenster.</p>

Aussicht aus der Revier Mountain Lodge Adelboden: Gäste schlafen hier quer zum Fenster.

PD/Revier Hotels

So viel futtern, wie man will, am reichlich bestückten Buffet, das ausstaffiert ist mit Butterschwan und Saftbar – ein Klassiker im All-inclusive-Tourismus. Mit einer Skitageskarte so oft rauf- und runterflitzen, wies beliebt – ein gelerntes und beliebtes Schneesportverhalten. Aber für einen fixen Betrag so oft im Hotel übernachten, wie man will? Damit betrat Daniel Renggli, Chef der jungen Schweizer Hotelgruppe Revier Hotels, letzten Winter für seinen neuen Betrieb in Saas-Fee VS Neuland.

Jetzt liefert der kecke Hospitality-Unternehmer ein Update seines Pricing-Modells. Aber statt eines einzigen Flatrate-Programms drückt Renggli gleich drei in den Markt. Gäste können für einen Fixpreis von 1111 Franken während der Wintersaison unbegrenzt in einem der Revier-Hotels übernachten. Für 1999 Franken kann man sich die Option kaufen, sich eine Wintersaison lang unbegrenzt in allen sechs Revier-Hotels in der Schweiz und in Österreich hinzulegen. Und damit der Schnapszahlen nicht genug: Für 3333 Franken gibt es das ganzjährige Generalabonnement: All You Can Sleep in allen sechs Hotels, das ganze Jahr über.

Ob diese Flatrate-Dreifaltigkeit als PR-Stunt, als Auslastungsmodell oder als Renditebringer zu werten ist, wird die nahe Zukunft zeigen. Sicher aber zeugt das Preismodell davon, dass da einer daran ist, das Thema Berghotellerie anders zu denken. Renggli, der noch nie eine Hotelfachschule von innen gesehen hat, schreibt den Code der Budgethotellerie am Berg neu, setzt auf standardisierte, schlanke Abläufe und führt überall dort Technologie als Helfer ein, wo der «human touch» nicht darunter leidet. Die Bezeichnung «Hospitality-Erbsenzähler» mag er nicht so sehr, aber mit dem Titel eines «Hotelkonzepters im Buchhalter-Nötzli-Flow» kann der Beizersohn vom linken Zürichseeufer leben.

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Andreas Güntert
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Tina Fischer
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