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Wie Schoggihasen zu Ostern gehören Fasnachtschüechli zur fünften Jahreszeit. Die Spezialität erfordert logistische Höchstleistungen.

Melanie Hobi
Die Blasen erhält der Teig durch das Ausrollen mit einem Nadelholz vor dem Frittieren.
KeystoneDas Fasnachtschüechli ist ein aus Mehl, Salz, Zucker, Ei und Rahm bestehendes Knabbergebäck, das besonders in der Fasnachtszeit konsumiert wird. Die Blasen kommen von einem speziellen Nadelholz, mit dem der Teig vor dem Frittieren ausgerollt wird. Vor dem Servieren bestreut man das Chüechli mit Puderzucker.
Trotz identischen Grundzutaten trägt die Spezialität in der Schweiz vielerlei Namen. Während in Zürich «Fasnachtschüechli» gegessen werden, sind es an ihrem Basler Geburtsort «Fasnachtskiechli». Die Walliser verkaufen «Chruchtele», in der Ostschweiz sind es «Öhrli», ausser im Appenzell, wo das Gebäck als «Hondsfläde» bezeichnet wird. In der Westschweiz heissen sie «Merveilles» (Wunder), im Tessin «Fritelle di carnevale» (Fasnachtskrapfen), und in mehreren Deutschschweizer Gegenden wird das fettige Gebäck «Chneublätz» genannt, angelehnt an die ursprüngliche Zubereitungsart. Die Bernerinnen und Berner erfreuen sich am «Chilbiblätz», da die Spezialität in der Region auch während der Chilbi gegessen wird.
Seinen Ursprung hat das knusprig-süsse Fettgebäck im 15. Jahrhundert, genauer 1445 im Frauenkloster Klingental in Basel. Vor der vierzigtägigen Fastenzeit galt es damals, Fettvorräte aufzubrauchen und noch einmal richtig zu sündigen. Produktion und Konsum waren Bestandteil der vorfastenzeitlichen Ausschweifungen, bevor strikte Enthaltsamkeit geboten war.
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